Karstadt-Krise Trotz Einigung drohen Entlassungen
Nürnberg - Einem Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" zufolge zeichnen sich bei KarstadtQuelle Entlassungen in vierstelliger Größenordnung ab. Das Blatt berief sich dabei auf Aufsichtsratskreise.
Konzern-Chef Christoph Achenbach wollte sich zum Umfang des angekündigten Stellenabbaus nicht äußern. "Solange die Gespräche laufen und wir noch keine Ergebnisse haben, möchte ich die konstruktiven Gespräche nicht stören durch irgendwelche Zahlenbenennungen", erklärte der Vorstandschef.
Dennoch bekräftigte er die Notwendigkeit von massiven Einsparungen. "Wir brauchen ein notwendiges Einsparpotenzial von mehreren hundert Millionen Euro bis 2007, und das müssen wir ohne Wenn und Aber erreichen", sagte Achenbach im Bayerischen Rundfunk.
Achenbach rechnet bei den Verhandlungen mit einem raschen Ergebnis. Ohne eine Einigung mit den Betriebsräten stehe sowohl die Kapitalerhöhung auf dem Spiel als auch die Kreditvergabe der Banken. "Damit wäre die Zukunft des Konzerns in Gefahr", sagte der KarstadtQuelle-Chef. Den Verlauf der Gespräche bezeichnete er als "schwierig, aber konstruktiv". "Wir sind in der Sache sehr hart, aber es ist bei beiden Seiten ein deutliches Bemühen um Einigung zu verspüren."
Auch Ver.di-Vertreter Johann Rösch bezeichnete die Gespräche als konstruktiv und fachlich fundiert. Das Thema sei aber so komplex, dass eine Einigung ohne Rücksprache mit Fachleuten nicht möglich gewesen sei. "Es gibt noch Rückkoppelungsbedarf", so der Gewerkschafter.
Rösch hatte vor den Gesprächen am Montag die Auffassung vertreten, Zugeständnisse der Beschäftigten könne es allenfalls auf Kreditbasis geben. Die gestundeten Leistungen müsse das Unternehmen später zurückzahlen.
Der Karstadt-Quelle-Vorstand sowie Betriebsräte und Gewerkschaftsvertreter wollen die Verhandlungen an diesem Mittwoch in Essen fortsetzen.