Karstadt-Krise: "Woche der Entscheidung" - DER SPIEGEL
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Karstadt-Krise "Woche der Entscheidung"

Bei KarstadtQuelle spitzt sich die Situation zu. Schon in den nächsten sieben Tagen müssen Management und Arbeitnehmervertreter das Sanierungskonzept auf den Weg bringen. Derweil wird die Belegschaft der Versandtochter Quelle über bevorstehende Einschnitte informiert.
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Düsseldorf/Fürth - "Die nächste Woche ist die Woche der Entscheidung", sagte ein KarstadtQuelle-Sprecher am Freitag in Essen. Dann sollen die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern abgeschlossen und Unternehmenskreisen zufolge der Aufsichtsrat zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen werden.

"Die Gewerkschaften müssen sich bewegen - es hilft nichts", ergänzte der Sprecher. "Wir wollen in der nächsten Woche fertig werden."

Eine Ver.di-Sprecherin sagte, bislang seien für die kommende Woche zwei Verhandlungstermine anberaumt worden: Am Montag solle es Gespräche mit dem Management in Nürnberg und am Dienstag in Essen geben.

Der Gesamtbetriebsrat und die Gewerkschaft Ver.di sperren sich bislang gegen zentrale Punkte des vom Vorstand vorgelegten Sanierungskonzepts, mit dem Konzernchef Christoph Achenbach das Überleben des Essener Traditionskonzerns sichern will. Zugeständnisse hatte die Arbeitnehmerseite bislang nur bei übertariflichen Leistungen angeboten. Dies hatte der Konzern bereits als unzureichend zurück gewiesen.

Management unter Zeitdruck

Viel Zeit für die Verhandlungen mit Verdi bleibt KarstadtQuelle   anders als in der Vergangenheit dargestellt nun nicht mehr: Bereits am 14. Oktober soll sich der Aufsichtsrat nach Angaben aus Unternehmenskreisen treffen, um die für die dringend benötigte Kapitalerhöhung von insgesamt 500 Millionen Euro notwendige außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen.

Anteilseigner drängen Branchenkreisen zufolge auf die Umsetzung des Konzepts. Auch die Banken könnten den Geldhahn zudrehen, wenn Achenbachs Sanierungsplan scheitert, der unter anderem die Auslagerung und Verkauf von 77 der 181 Warenhäuser sowie die Veräußerung aller 305 Fachgeschäfte des Konzerns vorsieht.

Außerdem sollen alle Mitarbeiter Gehaltskürzungen akzeptieren. Auch das Management wolle seine Bezüge kürzen, hieß es. KarstadtQuelle will durch das Sanierungsprogramm bis zum Jahr 2006 insgesamt 360 Millionen Euro einsparen.

Betriebsbedingte Kündigungen bei Quelle

Quelle-Chef Arwed Fischer hat am Freitag derweil die Mitarbeiter des Versandhauses aus Nürnberg und Fürth über das Sanierungskonzept informiert. Wie eine Unternehmenssprecherin von Quelle in Fürth erklärte, dürften bei den Betriebsversammlungen keine konkreten Zahlen zu einem geplanten Stellenabbau genannt werden.

Sie rechne jedoch damit, "dass die Mitarbeiter darauf hingewiesen werden, dass es zu betriebsbedingten Kündigungen kommen kann und wird", sagte die Sprecherin. Der mittelfränkische DGB-Vorsitzende Stephan Doll befürchtet allein bei Quelle in Nürnberg einen Verlust von 3000 Arbeitsplätzen. Doll verlangte von der Unternehmensleitung ein "klares Sanierungskonzept mit dem Ziel der Sicherung aller Arbeitsplätze", bei dem auch die Banken ihren Beitrag leisten müssten.