Karstadt-Krise Womit der Handelsriese sein Geld verdient
Frankfurt am Main - KarstadtQuelle ist der größte Warenhaus- und Versandhandelskonzern Europas. Er ging 1999 aus dem Zusammenschluss des Karstadt-Konzerns mit dem Traditions-Versandhaus Quelle hervor und beschäftigt in seinen vier Unternehmensbereichen - Versandhandel, stationärer Einzelhandel, Dienstleistungen und Immobilien - mehr als 100.000 Mitarbeiter.
Am Konzernumsatz hat der Versandhandel den größten Anteil: Auf die Sparte entfielen etwas acht Milliarden Euro. Nach eigenen Angaben hat KarstadtQuelle hier mit seinen Marken Quelle und Neckermann einen Marktanteil von rund 30 Prozent. Den zweitgrößten Umsatz bringt das Filialgeschäft mit knapp sieben Milliarden Euro.
Neben rund 180 Warenhäusern der Ketten Karstadt, Hertie, KaDeWe, Wertheim und Alsterhaus betreibt der Handelsriese etwa 300 Fachgeschäfte der Marken SinnLeffers, Wehmeyer, RunnersPoint, Golf House, WOM, Schaulandt und Lebuffet. Im Bereich Dienstleistungen machte KarstadtQuelle im vergangenen Jahr rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz, der Bereich Immobilien brachte rund 587 Millionen.
Die Geschichte des Konzerns geht bis ins Jahr 1881 zurück, als Rudolf Karstadt in Wismar sein erstes "Tuch- Manufactur- und Confectionsgeschäft" eröffnete. 1920 folgte die Umwandlung in die "Rudolf Karstadt AG", 1923 der Gang an die Börse. Das Versandhaus Quelle wurde 1927 gegründet, die später in den Konzern eingegliederte Neckermann Versand KG entstand 1950.
Im vergangenen Jahr verzeichnete der im MDAX notierte Konzern einen Umsatzrückgang von 3,4 Prozent. Das operative Ergebnis (EBTA) verringerte sich um gut 23 Prozent auf 225 Millionen Euro.