KarstadtQuelle Middelhoff beschwört die Einheit
Düsseldorf - Middelhoff kündigte an, dass die Quelle-Haupterbin inzwischen eine Aktienmehrheit von 50,0015 Prozent am Konzern kontrolliere. Allerdings wollten sich die Schickedanz-Vertreter im Verlauf der Hauptversammlung in Düsseldorf noch nicht zur Strategie des Pools äußern.
Fest steht, dass die neue Großaktionärin noch ein wenig Geduld aufbringen muss, bis sich ihr Investment rechnet. KarstadtQuelle sei noch nicht richtig aufgestellt, um nach ersten Sanierungserfolgen genügend Wachstum zu erzielen, sagte Middelhoff. "Ich sage ebenso laut und deutlich, damit sind wir noch lange nicht über den Berg. Prozesse und Strukturen sind dringend reformbedürftig", stellte Middelhoff fest, der erst vor kurzem vom Aufsichtsratsvorsitz auf den Vorstandssessel gewechselt und Christoph Achenbach abgelöst hatte.
Der Konzern habe bislang alle Vorgaben der Gläubigerbanken eingehalten, betonte Middelhoff. Unter seiner Führung werde der Vorstand die Restrukturierung beschleunigt und tief greifender fortsetzen. Weiteren Verkäufen von Unternehmensteilen erteilte Middelhoff aber eine Absage. "Es macht schlicht keinen Sinn." Dies gelte zurzeit auch für die Beteiligung am Touristikkonzern Thomas Cook, den sich KarstadtQuelle mit der Lufthansa teilt.
Innerhalb der nächsten sechs Wochen werde Finanzvorstand Harald Pinger ein Aktionsprogramm vorstellen, um dem massiven Umsatzrückgang im Versandgeschäft zu begegnen, kündigte Middelhoff an. Er selbst habe ein 100-Tage-Programm vorgelegt, das vier Kernpunkte umfasse. Er wolle die Führungsorganisation effizienter gestalten, die Führung im Versandhandel umbauen, neue Konzepte im Warenhausbereich anstoßen und die Finanzstruktur stärken.
Trotzdem zeigte Middelhoff Zuversicht: "Dieses Unternehmen hat wieder festen Boden unter den Füßen." KarstadtQuelle wolle nicht länger schlecht geredet werden. "Wir kennen unsere Schwächen", versicherte er den Aktionären.