KarstadtQuelle "Negativspirale ist gestoppt"
Düsseldorf - Der Konzernumsatz im Gesamtjahr 2005 werde sich auf rund 15,7 Milliarden Euro belaufen, teilte der im MDax notierte Konzern mit. Damit habe man die selbstgesteckten Ziele erreicht. Mit seiner Ergebnisprognose eines bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von mehr als 350 Millionen Euro fühle sich KarstadtQuelle deshalb "sehr wohl", erklärte Middelhoff. 2004 hatte der Konzern vor Steuern und Abschreibungen einen Verlust von 1,63 Milliarden Euro geschrieben.
Middelhoff hatte angesichts der Veräußerung von zahlreichen Unternehmensteilen einen Umsatz-Rückgang im "mittleren einstelligen Prozentbereich" angekündigt. Vergleichszahlen legte der Konzern angesichts der Umbauten des vergangenen Jahres indes nicht vor.
Im vierten Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft sei mit rund 4,9 Milliarden Euro ein Umsatz auf dem erwarteten Niveau erreicht worden, erklärte Middelhoff stattdessen. Bei dieser Zahl sei auch erstmals der gemeinsam mit der Lufthansa gehaltene Reisekonzern Thomas Cook einbezogen worden, den Middelhoff voll übernehmen möchte. Der Umsatz der Waren- und Sporthäuser habe sich im gleichen Zeitraum um 1,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro erhöht.
Mehr Tempo beim Schuldenabbau
Die neu positionierten Warenhäuser hätten damit ihre "Feuertaufe" bestanden, betonte Middelhoff. Karstadt weise in diesem Bereich erstmals seit zehn Jahren Umsatzzuwächse im vierten Quartal auf. "Damit ist es uns gelungen, die Negativ-Spirale der letzten Jahre zu stoppen und eine Trendumkehr zu erreichen", erklärte Middelhoff.
Der seit Jahren kriselnde Versandhandel verzeichnete dagegen mit 1,9 Milliarden Euro Umsatz im vierten Quartal ein Minus von 5,3 Prozent. Grund dafür sei ein erneuter Rückgang des Universalversands, hieß es. Im Spezialversand stehe dagegen ein leichtes Umsatzplus in den Büchern.
Bei der Schuldenreduzierung komme der Konzern schneller als geplant voran, erklärte Middelhoff außerdem. Diese sollten zum Jahresende bei 2,6 Milliarden Euro liegen. Ende 2004 lag die Verschuldung noch bei 3,9 Milliarden Euro. KarstadtQuelle hatte sich im Zuge seiner Sanierung 2005 unter anderem von 75 kleineren Warenhäusern, von Logistik-Immobilien, von seiner Modekette SinnLeffers sowie vom Sportschuh-Filialisten Runners Point getrennt.