KarstadtQuelle: Unsicherheitsfaktor Tourismus - DER SPIEGEL
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KarstadtQuelle Unsicherheitsfaktor Tourismus

Der Essener Handelsriese KarstadtQuelle musste nach internen Querelen ein negatives Halbjahresergebnis bekannt geben. Für das Gesamtjahr sehen die Prognosen unter dem designierten neuen Chef Wolfgang Urban optimistischer aus.
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Essen - Nach Turbulenzen um eine verfehlte Ergebnisprognose hat KarstadtQuelle mit einem Verlust von 97 Millionen Mark für das erste Halbjahr rote Zahlen vorgelegt. Für das Gesamtjahr wolle man mit einem Ergebnisplus von 15 Prozent die zuvor kräftig nach unten korrigierte Prognose auch tatsächlich erreichen, sagte ein Unternehmenssprecher bei der Vorlage des Halbjahresberichts am Montag. Deutschlands größtes Warenhaus kündigte außerdem an, den Konzernumsatz von rund 29 Milliarden Mark im Jahr 1999 um 3,5 Prozent zu erhöhen.

Der in diesen Tagen ausscheidende Urban-Vorgänger Walter Deuss hatte noch im Juli auf seiner letzten Hauptversammlung als Chef von KarstadtQuelle erklärt, um in diesem Jahr ein Ergebnisplus von zehn Prozent zu schaffen, sei es noch "ein steiler Weg". Die Börse reagierte allerdings unbeeindruckt auf die neuen Zahlen. Der Kurs der Konzernaktie änderte sich nach Bekanntwerden des Zwischenberichts praktisch nicht.

Im ersten Halbjahr 2000 stieg der Konzernumsatz KarstadtQuelle zufolge mit plus 5,4 Prozent deutlich stärker als der Branchendurchschnitt. Das negative Halbjahresergebnis ist für den Einzelhandel, der traditionell einen Großteil seines Gewinns im vierten Quartal macht, nicht ungewöhnlich.

Der Versandbereich des Konzerns - Quelle und Neckermann - legten im ersten Halbjahr 2000 mit einem Umsatzplus von 7,2 Prozent auf 7,3 Milliarden Mark ein gut dreimal so kräftiges Wachstum wie der Branchendurchschnitt vor. Die 204 Warenhäuser und 163 Fachgeschäfte des Konzerns steigerten ihren Umsatz um drei Prozent auf 6,72 Milliarden Mark.

Unsicher ist dagegen in diesem Jahr nach Unternehmensangaben die Höhe des Ergebnisbeitrages der bislang florierenden Touristikbeteiligung C&N. Statt eines geplanten zweistelligen Zuwachses der Passagierzahl sei in der Zeit vom 1. November 1999 bis zum 30. April 2000 nur ein Plus von sechs Prozent erreicht worden.