KarstadtQuelle: Ver.di legt eigenen Sanierungsplan vor - DER SPIEGEL
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KarstadtQuelle Ver.di legt eigenen Sanierungsplan vor

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di will das Sanierungskonzept von KarstadtQuelle in seiner jetzigen Form ablehnen. Es gefährde Tausende Arbeitsplätze, argumentiert Ver.di-Vorstandsmitglied Franziska Wiethold. Auch der zum Metro-Konzern gehörende Kaufhof hat kein Interesse an der Übernahme der Warenhäuser.
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Hamburg - Im Ver.di-Konzept, das auf einer für Montag einberufenen Sitzung in Kassel formuliert werden soll, sollen drei wesentliche Leitlinien verfolgt werden: Beschäftigungssicherung in allen Bereichen des Konzerns, Standortsicherung sowie Erhalt von Tarifvertrag und -bindung in allen Karstadt-Abteilungen.

"Das Karstadt-Sanierungskonzept tragen wir nicht mit, weil es Tausende Arbeitsplätze gefährdet", sagt Franziska Wiethold, Ver.di Vorstandsmitglied für Handel, dem SPIEGEL. "Wir stellen ein Konzept zur Beschäftigungssicherung dagegen", kündigte Wiethold an.

In einer heute veröffentlichten Presseerklärung hieß es, der Konzern wolle die zum Verkauf stehenden kleineren Warenhäuser auch dann nicht schließen, wenn das Unternehmen dafür binnen drei Jahren keinen Käufer finden sollte.

Für den Fall, dass Ver.di es auf Streiks ankommen lasse, werde der Gang zum Insolvenzrichter unvermeidlich, erfuhr DER SPIEGEL aus dem Aufsichtsrat. "Dann wäre Schluss", hieß es in dem Kontrollgremium lapidar. Die Banken bewilligten dem angeschlagenen Konzern gerade erst weitere Kredite, damit die georderte Weihnachtsware überhaupt bezahlt werden kann.

Lovro Mandac, Vorstandschef der Kaufhof Warenhaus AG, sagte dem SPIEGEL, die zum Metro-Konzern gehörende Warenhaus AG habe kein Interesse, die 77 zur Disposition stehenden Karstadt-Filialen zu übernehmen. "Wir haben keinen Bedarf, über einen Einstieg nachzudenken. Auch nicht bei einzelnen Häusern. Keine Diskussion", sagte er. Mit 133 Filialen in Deutschland sei man "gut versorgt", so Mandac, der zugleich Chef von Urbanicom ist, eines Vereins für Stadtentwicklung und Handel. Seine Schadenfreude über das Schicksal des Konkurrenten hält sich schon deshalb in Grenzen: "Eine Stadt ohne Warenhaus ist manchmal wie ein Dorf ohne Kirche", sagte Mandac.