Kartellvergehen: Haft für Manager gefordert - DER SPIEGEL
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Kartellvergehen Haft für Manager gefordert

Führungskräfte, die gegen das Kartellrecht verstoßen, sollen künftig mit Haftstrafen rechnen müssen, so der Wille des Präsidenten des Europäischen Gerichts. Die Begründung: Bußgelder allein haben keine abschreckende Wirkung mehr.
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Düsseldorf - "Bei schweren Kartellvergehen müssen die Manager meiner Ansicht nach strafrechtlich belangt werden", sagte der Präsident des europäischen Gerichts Erster Instanz, Bo Vesterdorf dem "Handelsblatt". Eine Anhebung der Bußgelder für Kartelle habe keine abschreckende Wirkung auf die beteiligten Unternehmen mehr, so Vesterdorfs Begründung. "Die Summen sind bereits so hoch, dass ich nicht glaube, dass eine weitere Steigerung noch einen Unterschied macht."

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte unlängst Rekordbußgelder von 480 Millionen Euro gegen ThyssenKrupp   und knapp 420 Millionen Euro gegen Siemens   wegen verbotener Preisabsprachen verhängt. Vesterdorf warnte in diesem Zusammenhang davor, dass die Folgen höherer Bußgelder kontraproduktiv sein könnten: "Es besteht die große Gefahr, dass die Unternehmen die Geldstrafen auf ihre Preise aufschlagen und am Ende zumindest teilweise die Kunden die Buße bezahlen", sagte er.

sam/AP