Kaufhof wartet ab: Metro lässt Karstadt zappeln - DER SPIEGEL
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Kaufhof wartet ab Metro lässt Karstadt zappeln

Der Metro-Konzern hält an seinem Plan fest, rund 60 Karstadt-Filialen zu übernehmen. Es soll aber der Eindruck vermieden werden, dass die Metro-eigenen Kaufhof-Häuser diese Partnerschaft nötig hätten. "Kaufhof braucht Karstadt nicht", sagt Metro-Chef Eckhard Cordes.
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Düsseldorf - Der Plan besteht, nur Kosten soll die Umsetzung nicht allzu viel. Der Handelskonzern Metro   hat bei der Vorlage seiner Quartalszahlen bekräftigt, etwa 60 der bundesweit 90 Karstadt-Filialen übernehmen zu wollen - aber nicht um jeden Preis. Ein solches Projekt müsse für Metro betriebswirtschaftlich Sinn machen, sagte Konzernchef Eckhard Cordes. "Wenn da jemand kommt, der ein paar Milliarden bezahlen will, sind wir sicher nicht dabei."

Doch vorerst soll abgewartet werden - bis es mehr Klarheit gibt, wie es mit dem insolventen Arcandor-Konzern und seiner Warenhaustochter Karstadt weitergeht. Cordes rechnet damit, in den kommenden Wochen mehr Gewissheit zu bekommen. Wenn ein normales Insolvenzverfahren eingeleitet werde, könnte es zu einem Verkaufsprozess für die Karstadt-Filialen kommen.

Doch die ungewisse Zukunft der Arcandor-Tochter scheint nicht der einzige Grund für Metros Abwartetaktik zu sein. Die Metro-Tochter Kaufhof will 2010 selbst vier Filialen aufgeben. Weitere Schließungen sind nicht ausgeschlossen. Wie viele Filialen auf den Prüfstand kommen könnten, steht noch nicht fest. Metro-Finanzvorstand Thomas Unger hält es auch für vorstellbar, einige Kaufhof-Filialen zu verkleinern, indem beispielsweise eine Etage an die Elektronikkette Saturn abgegeben wird, die ebenfalls zum Metro-Konzern gehört.

Unterdessen verzeichneten die Kaufhof-Warenhäuser im ersten Halbjahr 2009 einen leichten Umsatzrückgang von 1,8 Prozent auf knapp 1,58 Milliarden Euro - und machten Verluste. Die Aufwertung des Warensortiments brachte nur eine leichte Entlastung, der bereinigte operative Halbjahresverlust sank um eine Million auf 49 Millionen Euro. Inklusive Sonderfaktoren wie der Straffung des Filialnetzes stieg der operative Halbjahresverlust aber um fast die Hälfte auf 74 Millionen Euro. "Kaufhof braucht Karstadt nicht", betonte Cordes auch mit Verweis auf die jüngsten Quartalszahlen.

tko/dpa-afx

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