Kaufrausch: Lufthansa liebäugelt mit weiteren Übernahmen - DER SPIEGEL
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Kaufrausch Lufthansa liebäugelt mit weiteren Übernahmen

Der Swiss-Kauf hat den Eroberungshunger der Lufthansa nicht gestillt. Vielmehr bereitet sich die deutsche Airline auf weitere Übernahmen vor. Zudem formuliert Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber eine Kampfansage an die Flughäfen. Bei Qualität und Kosten sieht er dort hohen Nachbesserungsbedarf.
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Berlin - Die Lufthansa   müsse weiter wachsen. Dies könne durch weitere Übernahmen, wie auch durch den Ausbau der Allianzen geschehen, sagte Konzernchef Mayrhuber gestern auf dem ersten Management-Forum der "Welt am Sonntag".

Zwar nannte Mayrhuber keine konkreten Kaufziele. Er verwies aber auf das enorme Wachstumspotenzial des Marktes. Ohne die Bündelung der Kräfte in Europa sei zu befürchten, dass Fluggesellschaften aus Asien und Amerika in den Markt drängten. Jetzt gehe es um die globale Anbindung Europas an die Weltwirtschaft.

Kampfansage an Flughäfen

Zudem kündigte der Vorstandschef eine härtere Gangart gegenüber den Flughäfen an. "Wir werden uns da ändern", sagte Mayrhuber mit Blick auf Qualität und Service. Es könne nicht sein, dass Maschinen seiner Fluglinie etwa in München lange auf die Abfertigung warten müssten und die Folgen allein die Lufthansa zu tragen haben, ergänzte er. "Wir stehen eine Viertelstunde auf der Bahn und der Flug nach Frankfurt dauert nur 35 Minuten", kritisierte Mayrhuber.

Die Billigfluglinien würden häufig schneller abgefertigt und hätten zudem geringere Gebühren zu zahlen: "Ich werde all die Dinge einführen, die die auch machen", kündigte er an. Billigflieger zahlen demnach bis zu 30 Prozent niedrigere Gebühren als die Lufthansa.

Um die Herausforderung durch die Low-Cost-Anbieter anzunehmen werde auch beim Vertrieb gespart: "Das mit den Reisebüros war erst der Anfang." Die Lufthansa hatte zuvor die Provisionen für die Büros beim Ticketverkauf gestrichen und war dafür von den Vermittlern massiv kritisiert worden.

Mayrhuber nannte als weiteres Beispiel für nötige Änderungen, dass die Sicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen teilweise 60 Prozent teurer als an anderen Terminals seien. Dies sei nicht hinnehmbar. Er machte aber auch deutlich, dass im eigenen Unternehmen ebenfalls weiter gespart werden würde. Defizite in einzelnen Unternehmensteilen würden auf Dauer nicht geduldet.