Kein Bild-TV: Springer kämpft um ProSieben-Übernahme - DER SPIEGEL
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Kein Bild-TV Springer kämpft um ProSieben-Übernahme

Im Streit um die Übernahme des TV-Konzerns ProSiebenSat1 drängt Springer-Chef Mathias Döpfner skeptische Medien- und Wettbewerbshüter weiter zur Zustimmung. Die Forderung nach einem Beirat mit weit reichenden Befugnissen weist er jedoch weiter zurück.
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Hamburg - Der Springer-Konzern könnte für die Übernahme von ProSiebenSat1   den Verzicht auf eine TV-Version der "Bild"-Zeitung und auf sogenannte Cross-Promotion mit den Zeitungen festschreiben sowie alle gemeinsamen Beteiligungen mit dem Mediengiganten Bertelsmann auflösen. Das sagte Springer-Chef Döpfner laut Vorabbericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

"Wir bieten die Desinvestition aller gemeinsam mit Bertelsmann gehaltenen Unternehmensbeteiligungen an: Die Beteiligung an dem Druckunternehmen Prinovis, unsere gesamten Radiobeteiligungen sowie einige Logistik-Joint-Ventures", sagte Döpfner. Er sei bereit rechtsverbindlich festzuschreiben, dass ProSiebenSat1 kein Bild-TV mache und keine Cross-Promotion betreibe, fügte Döpfner hinzu.

Eine TV-Version von Deutschlands größter Boulevardzeitung "Bild" hatte vor allem das Kartellamt kritisiert. Der Verlag könne so die marktbeherrschende Stellung von Bild auf dem Boulevardmarkt ausbauen, das sei unzulässig, hieß es zur Begründung. Döpfner hatte Pläne für eine Bild-Fernsehversion gegenüber der Wettbewerbsbehörde bereits im Vorfeld dementiert.

Die genannten Auflagen würden auch in die Lizenzen der Sender einfließen, sagte er nun. "Was man nicht vorhat, kann man sich auch gerne verbieten lassen." Über einen eventuellen Antrag auf Ministererlaubnis oder eine Klage gegen einen negativen Kartellamtsbeschluss werde man erst entscheiden, wenn es soweit sei, so Döpfner weiter.

Die Übernahme des TV-Konzerns ProSiebenSat1 durch den Springer Verlag ist umstritten. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) will am 10. Januar über die Übernahme des größten deutschen Fernsehunternehmens entscheiden, das Bundeskartellamt am 20. Januar. Beide Behörden hatten das Geschäft in seiner ursprünglichen Form kritisiert.

Die Vorgabe der KEK, bei ProSiebenSat1 einen Fernsehbeirat zu schaffen, der den Sender auch wirtschaftlich kontrolliert, lehnt Springer dagegen weiter ab. Dies sei nicht mit dem Aktienrecht vereinbar, sagte Unternehmenssprecherin Edda Fels. Nach einem Pressebericht wirft der Verlag den Medienaufsehern zudem Kompetenzanmaßung vor. "Die KEK überschreitet eindeutig ihre Befugnisse", zitierte das "Handelsblatt" Stimmen aus dem Umfeld von Springer-Chef Döpfner.

Er wolle der KEK am Donnerstag ein Angebot zu einem Fernsehbeirat unterbreiten, sagte Döpfner der "FAZ". Der Beirat solle Cross-Promotion - sich überschneidende Werbekampagnen in verschiedenen Medien - verhindern, aber nicht die unternehmerische Verantwortung tragen, wie es die KEK schriftlich am 23. Dezember gefordert hatte. Das Modell der KEK könne Springer nicht akzeptieren, weil es einen Verzicht auf wirtschaftliche und marktorientierte Ziele bedeuten würde.