Kerosinkosten: Virgin-Chef Branson will Raffinerie bauen - DER SPIEGEL
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Kerosinkosten Virgin-Chef Branson will Raffinerie bauen

Angesichts dauerhaft hoher Treibstoffkosten geht Virgin-Chef Richard Branson in die Offensive. Der umtriebige Airline-Boss will Geld für neue Raffinerien einsammeln und so die Treibstoffkosten drücken.
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London - Bei Raffinerien gebe es "enorme Engpässe", sagte Branson dem britischen Sender BBC. Weil Neubauten extrem teuer seien, will der Chef der Fluggesellschaft Virgin nun selbst Hand anlegen. "Wir müssen eine Gruppe bilden, die Geld einsammelt und mindestens eine neue Raffiniere baut", sagte Branson.

Die gestiegenen Preise für Öl und Ölprodukte wie Benzin und Kerosin belasten die Konsumenten und Unternehmen weltweit. Nachdem der Hurrikan "Katrina" die US-Petroindustrie am Golf von Mexiko jüngst schwer beschädigte, kletterten die Preise auf Rekordstände.

Fluggesellschaften haben auf die gestiegenen Kosten mit höheren Kerosinzuschlägen auf Flugtickets reagiert. Erst am Donnerstag hatte die Lufthansa   die vierte Erhöhung ihres im August 2004 eingeführten Zuschlags bekannt gegeben. Damit stehen die Deutschen nicht allein. "Bei den etablierten Airlines kenne ich keine, die keinen Zuschlag erhebt", sagte Martin Gaebges, Generalsekretär des Verbandes BARIG, in dem die ausländischen Fluggesellschaften mit Büro in Deutschland organisiert sind.

Auch Virgin-Chef Branson klagt über steigende Spritkosten. Seit 2003 seien die Kerosinausgaben bei seiner Gesellschaft um jährlich 300 Millionen Pfund geklettert. "Selbst wenn wir die Kosten für Treibstoff nur um einen kleinen Betrag senken würden, wäre das ein großer Unterschied für uns und unsere Kunden", so Branson.

Der Airline-Chef rechnet damit, dass der Neubau einer Raffinerie rund vier Jahre dauert. Westliche Regierungen sollten das Ziel verfolgen, zehn solcher Werke zur Ölverarbeitung zu bauen. "Wenn 20 Milliarden Dollar für den Bau der Raffinerien bewilligt würden, würde der Preis fallen", sagte Branson.

Dass die Ölindustrie von sich aus tätig wird, glaubt Branson nicht und verweist auf den möglichen Preisrückgang. "Die Ölfirmen wissen um diese Entwicklung. Deswegen werden sie kein Geld in Neubauten stecken."