KfW-Kredit Porsches Aussichten schwinden
Stuttgart - Bisher hatte es geheißen, die letzte Entscheidung werde vom Lenkungsausschuss der Bundesregierung getroffen, in dem Staatssekretäre des Wirtschafts-, des Finanz- und des Justizministeriums sowie der Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Jens Weidmann, sitzen. Doch dazu wird es der "Stuttgarter Nachrichten" zufolge nun nicht mehr kommen: Der für Freitag angesetzte Termin des "Lenkungsrates Unternehmensfinanzierung", der eine Bewertung abgeben sollte, wurde abgesagt, ein Termin für die Sitzung des Lenkungsausschuss, der letztlich die Entscheidung treffen müsste, wurde gar nicht erst angesetzt.
KfW-Filiale: Kein Termin für eine neue Sitzung des Lenkungsausschusses
Foto: Roberto Pfeil/ APEs gebe nach dem abschlägigen Votum der KfW "keine Grundlage mehr, auf der wir etwas entscheiden könnten. Deswegen sind Sitzungen des Lenkungsrates und des Lenkungsausschusses nicht mehr notwendig", bestätigte ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der "Stuttgarter Nachrichten".
Porsche hatte bereits angekündigt, den bisherigen Kreditantrag nachzubessern. Darin will Porsche auf den neuen Stand der Verhandlungen über einen Einstieg des Emirats Katar verweisen und versichern, dass das Staatsgeld nicht verwendet wird, um weitere VW-Anteile zu kaufen. In Berlin gelte es aber als unwahrscheinlich, dass diese Argumente das KfW-Votum noch einmal verändern können, berichtete das Blatt. Schließlich, so heißt es, habe Porsche bereits mit dem Emirat über einen Einstieg verhandelt, als der Sportwagenhersteller den ersten Antrag bei der KfW eingereicht hatte; über dieses Stadium sei man auch heute nicht hinausgekommen.
Auch die Festlegung, das Staatsgeld nicht für den Kauf von VW-Papieren zu verwenden, sei kaum geeignet, die KfW-Banker umzustimmen. Schließlich habe Porsche stets argumentiert, dass man lediglich einen Betriebsmittelkredit brauche, um im laufenden Geschäft den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
Zwei Konzerne im Vergleich
Ursprünglich hatte die Nachrichtenagentur AP die "Stuttgarter Nachrichten" als "Stuttgarter Zeitung" zitiert. Die Redaktion hatte den Fehler zunächst übernommen und später korrigiert. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.