Kinderarbeit Erstmals gibt es Hoffnung
Berlin - Der Bericht trägt den optimistischen Titel "Das Ende der Kinderarbeit: Zum Greifen nah", und tatsächlich lässt sein Inhalt Hoffnung aufkeimen: Die Zahl arbeitender Kinder sank nach der Studie der Internationalen Arbeitsagentur (ILO) zwischen den Jahren 2000 und 2004 um elf Prozent auf 218 Millionen Kinder weltweit. Bei Kindern unter 14 Jahren betrug der Rückgang sogar ein Drittel.
Ebenfalls sank der Anteil derjenigen Kinder, die besonders gefährliche Arbeiten verrichten müssen, etwa beim Umgang mit giftigen Chemikalien, körperlich anstrengender Arbeit im Bergbau unter Tage oder im Sexgewerbe. Hier verringerte sich die Zahl um 26 Prozent auf 126 Millionen Kinder. Die ILO hofft, dass diese schlimmsten Formen der Ausbeutung in den nächsten zehn Jahren weitgehend ein Ende finden werden. Sieben von zehn Kindern arbeiten in der Landwirtschaft.
"Das Ende der Kinderarbeit ist in Reichweite gerückt", sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia, der den Bericht in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia präsentierte. 30 Mitgliedsstaaten der ILO haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2016 die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beseitigen. Verpflichten sollten sich dazu jedoch alle 180 Mitglieder, fordert der Bericht.
Für den Erfolg sei Vorraussetzung, die Armut zu bekämpfen und die die Bildung der Kinder zu verbessern. Das hätten Beispiele aus Ostasien und Brasilien bewiesen. Allerdings seien die richtigen politischen Handlungskonzepte genauso wichtig wie der wirtschaftliche Fortschritt. Es habe sich gezeigt, das Länder nicht unbedingt reich sein müssten, um Kinderarbeit zu beseitigen.
Mit zwei Dritteln ist die Kinderarbeit der Studie zufolge am stärksten in Lateinamerika und der Karibik gesunken. Fünf Prozent aller Kinder müssen dort noch arbeiten. Auch in Asien und die Pazifikregion ist ihre Zahl rückläufig dennoch arbeiten dort mit rund 122 Millionen absolut gesehen immer noch die meisten Kindern zwischen fünf und 14 Jahren auf der Welt.
Prozentual betrachtet ist Afrika südlich der Sahara der traurige Spitzenreiter, wo jedes vierte Kind zur Arbeit gezwungen wird. Die Gründe: hohes Bevölkerungswachstum, Armut und die Ausbreitung von Aids. Den Kindern von HIV-infizierten oder aidskranken Eltern müsste geholfen werden, forderte die ILO: Sie dürften nicht gezwungen sein, Geld für die Familie zu verdienen.
ank/dpa/AFP