Kinowelt Kein Happy End für Kölmel?
Hamburg - Die HypoVereinsbank habe als eine der Hausbanken Liquiditätsprobleme bestätigt, berichtet der "Stern". Der zuständige HypoVereinsbank-Vorstand Dieter Rampl sagte dem Bericht zufolge: "Wir prüfen zusammen mit anderen Banken, wie da die Überlebenschancen stehen, und ob wir eine Lösung hinkriegen." Noch wisse er nicht, ob das klappt. Vergangene Woche hatte der langjährige Kinowelt-Finanzvorstand Eduard Unzeitig sein Amt niedergelegt.
Die Kinowelt Medien AG hat für die kommenden Wochen ein Restrukturierungskonzept angekündigt. Nach Informationen aus Branchenkreisen ist der Konzern von Gründer Michael Kölmel schon länger auf der Suche nach einem Investor, der frisches Kapital mitbringt. Das Unternehmen habe sich bereits an verschiedene Medienkonzerne gewandt. Laut "Stern" wird dabei auch ein Rückzug Kölmels diskutiert. Bei Kinowelt war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
Der Kinowelt-Aktienkurs sank um zwischenzeitlich knapp neun Prozent auf 1,87 Euro. Nach der Talfahrt der vergangenen Wochen muss die Aktie im September laut neuem Beschluss der Deutschen Börse ihren Platz im Nemax 50 der wichtigsten Titel am Neuen Markt räumen.
Kinowelt hatte Anfang Mai angesichts tiefroter Zahlen im ersten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde 2001 voraussichtlich unter dem Vorjahreswert liegen. Noch im April hatte Kinowelt eine Verdoppelung des Ebit auf etwa 56 Millionen Euro angekündigt. In den ersten drei Monaten fiel vor allem wegen Sonderfaktoren vor Steuern und Zinsen ein Verlust von 30,3 Millionen Euro (59,3 Millionen Mark) an.
Als ein Grund für die finanziellen Schwierigkeiten gilt der Kauf eines Filmpakets des Hollywood-Studios Warner vor zwei Jahren. Kinowelt zahlte für die deutschen Rechte 300 Millionen Dollar, konnte bisher aber nur wenige Filme bei Fernsehsendern absetzen.