Kirch: Bauer-Verlag legt neues Angebot vor - DER SPIEGEL
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Kirch Bauer-Verlag legt neues Angebot vor

Im Bieter-Wettkampf um die insolvente KirchMedia werden die Karten neu gemischt. Der Hamburger Bauer-Verlag und die HypoVereinsbank haben ein neues Angebot vorgelegt.
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Hamburg/München - Es handele sich um ein verbindliches Angebot, sagte Verlagssprecher Andreas Fritzenkötter. Zur Höhe des neuen Angebots wollte er sich nicht äußern. "Das alte Konsortium besteht aber fort", ergänzte er.

Die Zahl der Bieter-Gruppen hat sich somit auf vier Konsortien erhöht. In der Branche wird mit einem Abschluss des Bieterverfahrens nun erst für Anfang November gerechnet. Der Sportrechtehandel wird voraussichtlich bereits in Kürze abgetrennt und einzeln verkauft. Interessenten sind der Fußball-Manager Günther Netzer sowie Leo Kirch selbst.

Der Gläubiger-Ausschuss gab grundsätzlich grünes Licht für einen Einzelverkauf der Kirch Sport AG. Dies würde eine teilweise Zerschlagung der KirchMedia bedeuten, die ursprünglich vermieden werden sollte. Der Grund für die neue Strategie dürfte sein, dass auf diesem Weg wohl ein insgesamt höherer Preis zu erzielen ist. Der gesonderte Verkauf des profitablen Sportrechtehandels lässt zudem schneller Geld fließen, denn anders als bei den übrigen Teilen der KirchMedia, etwa dem TV-Konzern ProSiebenSAT.1 und dem Filmrechtehandel, gibt es hier gleich mehrere Interessenten. In dem Feld, so vermuten den Verhandlungskreisen nahe stehende Personen, sehe der Bauer-Verlag seine Chance. Wie verlautet, soll sich das neue Angebot hauptsächlich auf diese beiden Medienbereiche erstrecken.

In Gläubigerkreisen macht sich dagegen Unzufriedenheit über den stockenden Verlauf der Versteigerung breit. "Es läuft nicht ideal", hieß es. Ursprünglich wollte der Gläubiger-Ausschuss die Zahl der drei verbliebenen Konsortien am Mittwoch weiter eingrenzen, die Initiative des Bauer-Verlags kam nun dazwischen.

Bauer hatte ursprünglich gemeinsam mit Springer und dem Spiegel-Verlag ein gemeinsames Gebot in Höhe von geschätzten 1,4 Milliarden Euro abgegeben - offenbar zu wenig. Das Konsortium kam nicht in die Endrunde. Gläubiger und Insolvenzverwaltung ließen aber stets eine Hintertür für einen Wiedereinstieg offen. Mit im Rennen sind der US-Medienunternehmer Haim Saban mit dem französischen Medienkonzern TF1, Altgesellschafter um die Investmentbank Lehmann Brothers und ein Duo aus Commerzbank und dem US-Filmstudio Columbia.

Medienmogul Rupert Murdoch hat derweil offenbar neues Interesse am hoch verschuldeten Pay-TV-Sender Premiere signalisiert. Der Australo-Amerikaner, der bereits über den britischen Abo-Sender BSkyB an Premiere beteiligt ist, wolle neben dem Münchner Filmhändler Herbert Kloiber ein Angebot für den ehemaligen Kirch-Sender abgeben, berichtete das "manager magazin". Eine Unternehmenssprecherin wollte dazu nicht Stellung nehmen.

Insgesamt seien bei dem Bankhaus Morgan Stanley ein Dutzend Angebote für Premiere eingegangen, berichtet das Magazin. Die ersten Gebote lägen bei 350 Millionen Euro. Für diesen Betrag bekäme ein Unternehmen aber nur 30 bis 40 Prozent des Senders, der Rest würde bei den Gläubigerbanken und Premiere-Chef Georg Kofler verbleiben. Dieser wolle bis zu zehn Prozent kaufen.