Kirch-Krise: Banken wollen Formel 1 verschachern - DER SPIEGEL
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Kirch-Krise Banken wollen Formel 1 verschachern

Um sich schadlos zu halten, wollen drei Kreditgeber Leo Kirchs offenbar die Mehrheit an der Formel 1 übernehmen und sie schnellstmöglich weiterverkaufen. Doch der Plan hat noch einen Haken.
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München - Knapp zwei Wochen ist es her, dass die KirchMedia Insolvenzantrag stellen musste. Nun kommt nach Informationen des "Handelsblatts" ein Angebot von drei Großgläubigern Kirchs: Die Bayerische Landesbank, Lehman Brothers und J.P. Morgan Chase wollten zunächst auf die Rückzahlung ihrer Kirch-Kredite verzichten, so die Zeitung. Im Gegenzug wollten sie die Mehrheit an der Formel-1-Vermarktungsgesellschaft Slec von Kirch übernehmen. Die Anteile sollten schon innerhalb der kommenden zwei bis drei Wochen auf die Banken übergehen, so der Bericht.

Nach Informationen der Investmentbank Bear Stearns gehe es für die drei Gläubigerbanken insgesamt um ein Kreditvolumen von 1,55 Milliarden Euro. Davon entfielen auf die BayernLB eine Milliarde, auf Lehman Brothers 300 Millionen und auf J.P. Morgan 250 Millionen Euro.

Die Banken hatten Kirch mit diesen Summen Anfang 2001 ermöglicht, seinen 58-prozentigen Anteil an der Slec vom Münchner Medienunternehmen EM.TV zu übernehmen. EM.TV hält immer noch 17 Prozent an der Slec, weitere 25 Prozent gehören Formel-1-Chef Bernie Ecclestone.

Die beteiligten Banken gingen davon aus, für die Formel-1-Anteile mehr zu bekommen, als zur Rückzahlung der Kredite nötig werde. Die zusätzlichen Erlöse sollen an die KirchGruppe gehen. Der Verkauf der Formel-1-Anteile werde sich wohl bis zum Jahresende hinziehen, habe es in Bankenkreise geheißen. Als mögliche Interessenten gelten die Autohersteller BMW, DaimlerChrysler, Fiat, Ford und Renault, die aus Unzufriedenheit mit Kirch Vorbereitungen für den Aufbau einer konkurrierenden Rennserie getroffen haben.

Ein Problem der Pläne könnte sein, dass die Slec-Anteile formal bei der Kirch Beteiligungs GmbH & Co. KG liegen, einer der drei wesentlichen Säulen in Kirchs maroder Konzernarchitektur. Insolvenz angemeldet hat bisher allerdings nur die KirchMedia, die mit Film- und Sportrechten handelt und Kirchs Free-TV-Kanäle kontrolliert. Laut "Handelsblatt" rechnen unternehmensnahe Kreise aber damit, dass auch andere Teile des Kirch-Imperiums in den kommenden Tagen insolvent werden, davon könne auch Kirchs Beteiligungsholding betroffen sein.