Kirch-Krise: Friede Springer verteidigt ihr Erbe - DER SPIEGEL
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Kirch-Krise Friede Springer verteidigt ihr Erbe

Für den Verkauf des 40-Prozent-Anteils, den Leo Kirch noch am Axel Springer Verlag hält, zeichnet sich eine Lösung ab. Die Commerzbank und zwei andere Banken bringen das Paket an die Börse, einen Teil greift sich Verlagserbin Friede Springer und festigt damit ihre Machtposition.
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Berlin - Ein Bankenkonsortium unter Führung der Commerzbank und Verlagserbin Friede Springer wollen von der angeschlagenen KirchGruppe die 40-Prozent-Beteiligung am Axel Springer Verlag kaufen. "Wir haben das Mandat erhalten, eine Lösung für das Paket zu finden", sagte ein Commerzbank-Sprecher am Dienstag in Frankfurt. Zu Details wollte er sich nicht äußern. Nach Informationen in Branchenkreisen wollen die Banken und Friede Springer aber das Paket übernehmen und den größten Teil innerhalb von drei Jahren an die Börse bringen. Der Kaufpreis liegt nach Informationen aus Finanzkreisen bei höchstens 1,0 Milliarden Euro.

Sollte der Plan in den kommenden Wochen wie vereinbart umgesetzt werden, könnte vor allem Friede Springer dies nach Einschätzung in Branchenkreisen als Erfolg feiern. Sie wäre den unbequemen Partner Leo Kirch los. Zudem wäre sicher gestellt, dass das Paket nicht in die Hände eines unerwünschten strategischen Investors gerät. Laut "Handelsblatt" soll Friede Springer im Rahmen der Einigung ihre Beteiligung am Verlag von einer knappen Mehrheit auf 55 Prozent ausbauen.

Eine Sprecherin des Springer-Verlags sagte lediglich: "Bevor keine endgültige Entscheidung getroffen ist, werden wir keine Stellungnahme abgeben." Allerdings hatte Friede Springer schon vor gut einer Woche gesagt, dass sie eine Plazierung des Anteils am Kapitalmarkt wünsche. Einem Einstieg der WAZ-Gruppe hatte sie dabei ausdrücklich eine Absage erteilt.

Das Konzept sehe vor, dass die Commerzbank 40 Prozent des Springer-Pakets übernimmt, die Dresdner 30 und die BLB 20 Prozent, hieß es aus Finanzkreisen. Die restlichen 10 Prozent sollen an Friede Springer gehen, die sich damit eine eigene Mehrheit am Verlagshaus sichern wolle. Dem "Handelsblatt" zufolge hat Leo Kirch selbst für diese Lösung gesorgt. Mit dem überraschenden Zuschlag für die Commerzbank wolle der Firmenpatriarch eine bessere Verwertung des Springer-Pakets erreichen. Damit aus der Übernahme etwas wird, müsste Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller allerdings schnell aktiv werden. Bis Mitte Mai wird nämlich ein Kredit der Deutschen Bank über 720 Millionen Euro fällig, für den Kirchs Springer-Paket verpfändet wurde.

Ursprünglich hatte die HypoVereinsbank (HVB) versucht, einen Käufer für die Verlagsbeteiligung des in akute Finanznot geratenen Medienpatriarchen Kirch zu finden, nachdem die Bank ein Kaufangebot von 1,1 Milliarden Euro gemacht hatte. Doch die HVB hatte offenbar bei der Suche nach einem Investor keinen Erfolg.