Kirch-Krise Murdoch bringt sich in Stellung
München - Bei den Gesprächen ging es nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" auch um den bislang gemeinsam betriebenen Abo-Sender Premiere World, dessen hohes Defizit zum Zusammenbruch der KirchGruppe führen könnte. Dem Vernehmen nach wurde in Berlin auch eine mögliche Übernahme von Premiere World durch Murdochs britischen Abokanal BSkyB erörtert, berichtet das Blatt. Der Australo-Amerikaner soll aber deutlich gemacht haben, dass er Premiere World wegen der hohen Verluste nicht übernehme.
BSkyb hatte vor kurzem angekündigt, man werde aus Premiere World aussteigen und die Rückzahlung der Investitionen bei in Hohe von 1,6 Milliarden Euro verlangen, die im Oktober fällig wären. Wenn Leo Kirch das Geld bis dahin nicht aufbringt, droht ihm der Konkurs.
Um die Auszahlung von BSkyB abzuwenden, will Kirch seine Anteile an Premiere World in Höhe von knapp 70 Prozent Murdoch überlassen, wie das Blatt berichtet. Murdoch soll dieses Ansinnen in Berlin zurückgewiesen und betont haben, die Schuldenlast von Kirch und Premiere World sei zu hoch, um hier noch größer einzusteigen. Er werde Premiere World auf keinen Fall übernehmen. Dies könnte aber laut "SZ" auch eine taktische Position sein, um Kirch weitere Zugeständnisse abzuringen.