Kirch-Pleite Breuer soll schuld sein
Düsseldorf - Wie das "Handelsblatt" berichtet, will ihn die Kirch-Führung jetzt auf Schadenersatz verklagen. Der Bankmanager hatte am 4. Februar via Bloomberg-TV in New York gesagt, die Kreditwirtschaft sehe unter den gegebenen Umständen keine Möglichkeit, Kirch weitere Kredite zur Verfügung zu stellen. Nach Auffassung von Beobachtern wurde damit die Krise erst ausgelöst.
Bereits kurze Zeit danach war über eine mögliche Schadenersatzklage spekuliert worden. "Focus" hatte berichtet, Kirch gehen von einer Schadenssumme in Höhe von mindestens 800 Millionen Euro aus. "Ich werde Sie verfolgen", soll Kirch gedroht haben.
Unterdessen gibt es unterschiedliche Meldungen über die weitere Entwicklung des Konkursverfahrens. Nach dem Bericht des "Handelsblatts" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise sind in den kommenden Tagen neue Insolvenzanträge zu erwarten.
Betroffen seien die Holdinggesellschaft Taurus sowie die Beteiligungs GmbH & Co.KG. In letzterer sind unter anderem die Kirch-Beteiligungen am Axel Springer Verlag, an der Formel 1 sowie an der Constantin Film gebündelt. Ein Kirchsprecher habe sich dazu am Dienstag nicht äußern wollen.
Dagegen berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" von Überlegungen, den Insolvenzantrag der KirchMedia zurückzuziehen. "Das steht als Idee im Raum", habe ein Sprecher einer der Gläubigerbanken gesagt. Verhandelt werde darüber aber noch nicht.
Das Zurückziehen des Antrags sei vorstellbar, wenn sich die Mitgesellschafter des Unternehmens mit rund 700 Millionen Euro an einer Kapitalerhöhung beteiligt, schreibt die "FAZ" unter Berufung auf eine der vier Poolbanken (Bayerische Landesbank, HypoVereinsbank, DZ Bank und Commerzbank). Offenbar zögen die Investoren um Rupert Murdoch und Silvio Berlusconi nun doch in Erwägung, sich mit zusätzlichem Kapital für KirchMedia zu engagieren, heißt es in dem Bericht.