Kirch-Pleite Poker um Premiere
Hamburg - Vertreter von Rupert Murdoch werden sich einem Pressebericht zu Folge am Freitag in München mit Vorstandsmitgliedern der HypoVereinsbank sowie der Bayerischen Landesbank treffen, um über die Rettung des Bezahlfernsehens Premiere zu sprechen. Dies erfuhr die "Financial Times Deutschland" von einem Teilnehmer an diesen Gesprächen.
Mit diesem Treffen sei so gut wie auszuschließen, dass Premiere noch in dieser Woche Insolvenz anmelde. "Letztendlich liege die Entscheidung aber bei der Geschäftsführung", wurde ein Vertreter von Murdoch zitiert.
Bislang waren Experten davon ausgegangen, dass die Insolvenz des chronisch defizitären Abosenders unmittelbar der von KirchMedia folgen würde. Dies aber hatte Murdoch mit dem Angebot, neu zu verhandeln, offenbar verhindert. Doch wie es scheint, liegen die Positionen der Verhandlungspartner noch weit auseinander. Bisher hatte Murdoch über den Chef seines eigenen Bezahlsender BSkyB, Tony Ball, andere Signale gesendet. Man werde keinesfalls weiteres Geld in Premiere investieren, das deutsche Pendant sei dilettantisch geführt, hatte Ball mehrfach gesagt.
Als Alternative käme nun ein direkter Einstieg von Murdochs Dachgesellschaft News Corp. in Betracht, so die Zeitung weiter. Bislang ist der Medienmagnat nur über seinen britischen Bezahlsender BskyB mit 22 Prozent an Premiere beteiligt.