KirchGruppe Das Ausschlachten beginnt
München/Frankfurt am Main - Nach Angaben eines Commerzbank-Sprechers wollen sich WAZ und Commerzbank mit je 40 Prozent an der neu geordneten KirchMedia beteiligten, Columbia würde 20 Prozent übernehmen. Die Verträge zur Gründung des Konsortiums seien aber noch nicht unterschrieben. Auch andere Bieter könnten sich beteiligen.
Nach Informationen aus Bankenkreisen bietet das Trio etwa zwei bis 2,5 Milliarden Euro für KirchMedia. Ein Konsortium aus Commerzbank, WAZ-Gruppe und Columbia gilt in Branchenkreisen als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für eine Übernahme der in einer Auffanggesellschaft neu geordneten KirchMedia. Es soll aber auch noch andere Interessenten für das Herzstück des Kirch-Konzerns mit dem Film- und Sportrechtehandel sowie der Mehrheitsbeteiligung an der profitablen Senderfamilie ProSiebenSAT1 geben. KirchMedia hatte die Londoner Investmentbank UBS Warburg beauftragt, Kontakte mit potenziellen Investoren zu knüpfen.
Angeblich zählen auch die Altgesellschafter um den australo-amerikanischen Medientycoon Rupert Murdoch und den italienischen Ministerpräsidenten und Medienunternehmer Silvio Berlusconi weiterhin zu möglichen Übernahme-Interessenten.
Die Dachgesellschaft der Kirch-Gruppe, die TaurusHolding, hat Insolvenzantrag gestellt. Das bestätigte ein Sprecher des Münchner Amtsgerichts am Mittwoch. Gleichzeitig stellte auch die Konzerntochter KirchBeteiligungs GmbH & Co. KG Insolvenzantrag. Die KirchMedia und KirchPayTV hatten bereits im April und Mai Insolvenz beantragt. Das Amtsgericht teilte zugleich mit, das bereits am Dienstag auch Kirchs Formel Eins Beteiligung GmbH Insolvenzantrag gestellt hatte.
Die TaurusHolding GmbH & Co. KG war einst die Schaltzentrale des Konzerns von Leo Kirch und bestimmte die Strategie des Unternehmens. Die Dachgesellschaft gehört bislang vollständig einer Stiftung Kirchs. Taurus hält 73 Prozent an KirchMedia und 70 Prozent an KirchPayTV. Die KirchBeteiligung ist zu 100 Prozent im Besitz der Holding.