KirchMedia: Bauer verlangt Massenentlassungen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

KirchMedia Bauer verlangt Massenentlassungen

Bei der insolventen KirchMedia muss sich nahezu jeder zweite Mitarbeiter einen neuen Job suchen. Der bisher einzige Bieter, der Hamburger Bauer-Verlag, verlangt jedoch einen noch stärkeren Personalabbau.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - 160 Mitarbeiter müssen das Unternehmen bis Jahresende verlassen, sagte eine Sprecherin der Ver.di-Medienorganisation connex. Man habe sich mit der Geschäftsführung aber auch auf eine Arbeitsplatzgarantie für die übrigen rund 200 Beschäftigten bis Ende April 2004 geeinigt. Ein Unternehmenssprecher bestätigte diese Aussagen und bezeichnete den Arbeitsplatzabbau als "notwendig" für die Umstrukturierung.

Hintergrund für die Entlassungen ist den Angaben zufolge eine Forderung des Kaufinteressenten Bauer. "Der Verlag hatte gedroht, den Filmhandel nicht zu übernehmen, wenn das Personal nicht radikal reduziert wird", sagte die connexx-Sprecherin. Nach den Vorstellungen von Bauer solle die Zahl der Beschäftigten in der KirchMedia sogar auf 118 zurück geschraubt werden. Dem Betriebsrat sei nichts anderes übrig geblieben, als sich dem Druck der Geschäftsführung zu beugen.

Die Belegschaft der KirchMedia hofft der Sprecherin zufolge aber noch auf einen anderen Käufer, der mehr Mitarbeiter übernimmt. Ob dies beim US- Milliardär Haim Saban der Fall ist, sei aber noch unklar. "Wir wissen nicht, ob seine Ankündigungen Geklapper sind", sagte die Sprecherin.

Saban und Bauer sind derzeit im Endspurt des Bieterwettbewerbs um die KirchMedia. Saban soll den Bauer-Verlag angeblich in letzter Minute überboten und seine Chancen damit verbessert haben. Der Gläubigerausschuss will sich nach Informationen aus Branchenkreisen am 10. März nochmals mit beiden Angeboten befassen. Die KirchMedia mit der Fernsehsendergruppe ProSiebenSat.1 war das Herzstück der zusammengebrochenen KirchGruppe.