Kirchs Milliardenkredite: Wie sich die Banken verzockten - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kirchs Milliardenkredite Wie sich die Banken verzockten

Nicht ganz ein Jahr nach der größten Pleite der deutschen Nachkriegsgeschichte ziehen die Banken, die Leo Kirch mit Milliarden durchfütterten, eine ernüchternde Bilanz. Sie stellen sich darauf ein, dass sie von ihrem Geld nicht einmal die Hälfte wiedersehen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - 1,4 Milliarden Euro hätten die vier größten Gläubigerbanken der insolventen KirchMedia an Kredit gewährt, dem größten Kirch-Unternehmen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") Im Verlaufe des Jahres 2002 hätten die meisten ihr Geld abgeschrieben - auch auf Druck der Bankenaufsicht.

Auch der immer noch stockende Verkauf der KirchMedia an den Bauer-Verlag oder den US-Investor Haim Saban wird den Kredithäusern laut "FAZ" kaum helfen: Ein erheblicher Teil des erhofften Erlöses für den Filmrechtehandel - die Rede ist von insgesamt 1,3 Milliarden Euro - stehe den US-Filmstudios zu, die Kirch mit Filmen belieferten. Die Studios hätten sich einen Vorabzugriff gesichert.

Die vier großen Banken der KirchMedia - DZ Bank, Commerzbank, Bayern LB und HypoVereinsbank (HVB) - treffen sich am Montag erneut im Gläubigerausschuss. Der Verkauf von KirchMedia soll bis Mitte Februar endgültig abgeschlossen werden. Am meisten Geld verloren hat dem Bericht zufolge die DZ Bank, die der KirchMedia 400 Millionen Euro lieh, Commerzbank und Bayern LB hätten je 350 Millionen, die HVB rund 200 Millionen gegeben.

Für die Banken gilt offenbar dasselbe wie für Kirch, der vor einem Jahr mit Blick auf sein eigenes Schicksal sagte: "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen".