Kleinwagen: Smart-Forfour-Absatz bricht ein - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kleinwagen Smart-Forfour-Absatz bricht ein

Die Kleinwagenschmiede Smart bereitet dem Mutterkonzern DaimlerChrysler weiterhin Probleme. Der Absatz bricht ein, die Produktion des Viersitzers Forfour ist rückläufig.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Düsseldorf/Böblingen - Die Produktion des Forfour sinkt in diesem Jahr laut einem Bericht der "WirtschaftsWoche" auf 48.000 Fahrzeuge. Ursprünglich sollten 2005 63.000 Viersitzer im niederländischen Nedcar-Werk vom Band laufen.

Damit nicht genug: Bei den Neuzulassungen in Deutschland liege Smart im laufenden Jahr um 7,2 Prozent unter Vorjahr, heißt es in dem Bericht. Obwohl die Marke inzwischen 195 Vertriebs- und Servicestützpunkte betreibt, sei der Absatz allein im August um satte 17,9 Prozent eingebrochen.

Ein Smart-Sprecher verwies darauf, dass das Vertriebssystem umgestellt werde, wodurch man unter anderem weniger Autos in der Bevorratung habe müsse. Dies erkläre unter anderem, dass weniger Autos produziert, aber mehr verkauft würden. Der August-Einbruch sei auch auf überproportional hohe Zulassungszahlen im Vorjahres-August zurückzuführen, als von einem neuen Modell die Vorführwagen zugelassen worden seien. Der Smart Forfour gewinne in Europa in den wichtigen Märkten Marktanteile hinzu, erklärte der Sprecher.

Smart hat seit der Gründung nur Verluste angehäuft, allein im vergangenen Jahr soll das Minus bei 600 Millionen Euro gelegen haben. Angesichts dieser Schieflage hat das Management Anfang April einen Sanierungsplan vorgelegt. 700 Jobs fallen weg, Vertrieb, Entwicklung und Service übernimmt in großen Teilen Mercedes, der Smart-Roadster wird eingestellt, der geplante Geländewagen gar nicht erst gebaut. Auch die komplette Schließung von Smart wurde damals erwogen, doch die Verantwortlichen schreckten bisher vor dem Kahlschlag zurück und setzen nun auf die Modelle Fortwo und Forfour.

Ende der vergangenen Woche hatte der neue Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche, den Rücken gestärkt. Ein Abschied von der Marke steht für Zetsche demnach nicht zur Debatte. "Wir haben Marken, um die uns die ganze Industrie beneidet", betonte Konzernlenker.