Klimaschutz CDU-Politiker fordert Steuererlass für Öko-Autos
Hamburg - Die Halter umweltfreundlicher Autos sollen nach dem Willen des Berliner CDU-Fraktionsvorsitzenden Friedbert Pflüger in absehbarer Zeit überhaupt keine Kraftfahrzeugsteuer mehr bezahlen müssen und auch kostenlos parken dürfen. "Ich schlage vor, umweltfreundliche Wasserstoff-, Strom- oder Hybrid-Motoren in den nächsten fünf Jahren ganz von der Steuer zu befreien", sagte Pflüger der "Bild"-Zeitung.
Der CDU-Politiker plädierte außerdem für mehr Windkrafträder, Solaranlagen und Wärmepumpen. "Grundsätzlich müssen wir den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung - zum Beispiel durch Solaranlagen, Windkrafträder oder Wärmepumpen - drastisch ausweiten", sagte er. Auf dem G-8-Gipfel im Juni in Heiligendamm habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Chance, die Vorreiterrolle beim Umweltschutz zu übernehmen.
Pflüger forderte die Deutschen zu "besonderen Anstrengungen" für den Klimaschutz auf. So, wie US-Präsident John F. Kennedy die Amerikaner Anfang der 60er Jahre für das Ziel begeistert habe, innerhalb von zehn Jahren einen Menschen auf den Mond zu senden, müssten die Deutschen die Europäer für die Energiewende mobilisieren. "Mit grünen Produkten lassen sich schwarze Zahlen schreiben und viele Arbeitsplätze schaffen. Es kann nicht sein, dass wir den Transrapid und die Hybrid-Technik erfinden und die Chinesen und Japaner dann damit Geld verdienen", sagte Pflüger.
Der Automobil-Experte Professor Ferdinand Dudenhöffer kritisierte derweil vor dem Hintergrund der Klima-Debatte die schlechte Positionierung der deutschen Auto-Industrie. Der Kölner Zeitung "Express" sagte er: "Leider brauchen die deutschen Hersteller sehr lange, sich auf neue Themen einzustellen. Sie verteidigen gerne Positionen, die längst verloren sind." Das sei beim Drei-Wege-Kat und dann beim Rußfilter auch so gewesen. "Es ist besser, die Herausforderung anzunehmen, um auf den Märkten der Zukunft bestehen zu können", sagte der Experte.
Technisch voraus seien Japaner, Franzosen und Italiener aber nicht, sagte Dudenhöffer. "Die deutschen Hersteller haben viele Spritspar-Konzepte fertig in der Schublade liegen, sie müssen sie nur endlich in ihrer Modellpolitik umsetzen. Sie sollten aber auch dringend ihr Marketing verbessern. Das ist teilweise von vorgestern." Bei der Werbung stur auf Fahrspaß und immer mehr Leistung zu setzen, werde angesichts der Klimadiskussion immer absurder.
kaz/ddp/AP