Knappe Devisen: Lettland droht Währungsabwertung - DER SPIEGEL
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Knappe Devisen Lettland droht Währungsabwertung

Die fetten Jahre nach dem EU-Beitritt sind vorbei: Lettland steht wegen der weltweiten Rezession vor einer Abwertung seiner Währung - was vor allem skandinavische Banken unter Druck setzen würde.
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Riga - Lettland ringt angestrengt um das Geld ausländischer Investoren - denn die eigenen Devisenreserven sind knapp. Am Mittwoch ist der Versuch der Regierung in Riga gescheitert, über eine Auktion Staatsanleihen zu verkaufen. Damit wurden Gerüchte verstärkt, dass Lettland bald seine Währung, den Lat, abwerten muss.

Bislang stützt die lettische Zentralbank den Kurs der Währung durch Interventionen am Devisenmarkt. Am Dienstag hatte ein Berater von Ministerpräsident Valdis Dombrovskis allerdings angedeutet, eine Aufgabe dieser Bindung an den Euro sei nur noch eine Frage der Zeit. Die Regierung des Landes hält jedoch noch am Wechselkursband fest.

Das Land, das seit 2004 zur EU gehört, leidet wie seine Nachbarstaaten Litauen und Estland besonders unter den Auswirkungen der weltweiten Rezession. Aktuelle Konjunkturdaten sind alarmierend. Die Regierung geht davon aus, dass die Wirtschaft des Landes in diesem Jahr um mehr als zehn Prozent schrumpft.

Eine Lat-Abwertung würde vor allem schwedische Banken hart treffen, die sich besonders im Baltikum engagiert haben. Die meisten Kredite in Lettland wurden in Euro aufgenommen. Nach einer Abwertung der Währung wäre es für die Schuldner schwieriger, die Darlehen zu bedienen, weil eine Rückzahlung für sie teurer würde. Die Folge: Anteilseigner schwedischer Großbanken fürchten, dass die Institute auf ausstehende Forderungen verzichten müssen.

Die Kurse mehrerer Banken rutschten ab: Die Anteile der Swedbank büßten 16 Prozent an Wert ein, die SEB  verlor elf Prozent, Nordea  rutschte um 5,2 Prozent ab, die Handelsbanken um 4,1 Prozent.

"Die Märkte sind sehr vorsichtig geworden", sagte Devisenanalystin Barbara Nestor von der Commerzbank. Lars Christensen, Analyst der Danske Bank, bezeichnete die Situation in Lettland als "instabil". Weitere Hilfen der EU oder des Internationalen Währungsfonds (IWF) seien notwendig. 2008 hatte Lettland vom IWF bereits einen Notfallkredit über 7,5 Milliarden Euro erhalten.

tko/Reuters

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