Knauserige Banken: Arcandor bangt um Kredite - DER SPIEGEL
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Knauserige Banken Arcandor bangt um Kredite

Der Reise- und Handelskonzern Arcandor steckt in der Kreditklemme. Gespräche über die Refinanzierung des Unternehmens ziehen sich länger hin als geplant. Vor allem die Royal Bank of Scotland soll Gelder für den ehemaligen Karstadt-Konzern blockieren.
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Düsseldorf - Der Essener Arcandor-Konzern   muss um seine dringend benötigte Anschlussfinanzierung fürchten. Innerhalb des Banken-Konsortiums stelle sich die Royal Bank of Scotland (RBS) quer, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Das britische Institut sei nicht bereit, weiter Geld für den angeschlagenen Reise- und Handelskonzern (früher KarstadtQuelle) zur Verfügung zu stellen.

Dabei hätten sich die übrigen Konsortialbanken wie die Bayerische Landesbank, Dresdner Bank und nachgeordnet auch die Commerzbank   grundsätzlich bereiterklärt, das im MDax   notierte Unternehmen weiter zu unterstützen. RBS aber ist nicht nur durch die teure Übernahme von ABN Amro vor einem Jahr unter Druck geraten, auch die Finanzkrise belastet. Die nächste Gesprächsrunde sei daher von den Banken auf den kommenden Montag vertagt worden, hieß es in Finanzkreisen. Die Kreditgeber wollten sich dem Blatt zufolge nicht offiziell äußern.

"Wir haben entgegen unserer Ursprungsplanung noch keine Entscheidung", räumte ein Arcandor-Sprecher ein. Grund dafür seien auch die "Tumulte im Bankensektor". Der Zeitpunkt für einen Abschluss der Gespräche hänge nun auch "von der weiteren Entwicklung im Bankenbereich ab". Damit wollte sich Arcandor nicht mehr auf einen Zeitplan für die Gespräche festlegen. Nach früheren Angaben war ein Ende der Gespräche noch für diese Woche angepeilt worden.

Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) zudem mit Verweis auf Bankenkreise schreibt, soll es auch nicht nur um die Refinanzierung einer bestehenden Kredittranche gehen. Arcandor wolle von den Banken eine Aufstockung dieser Tranche um einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.

Laut "Handelsblatt" drängen die Banken Konzernchef Thomas Middelhoff dazu, Aktien der Touristiktochter Thomas Cook verkaufen, um damit den Schuldenstand zu reduzieren. Thomas Cook aber ist die Perle im Konzern. Die Versandhandelssparte Primondo und der Karstadt-Warenhaus-Bereich dagegen stecken angesichts der Konsumflaute weiter in der Krise.

als/ddp/dpa