Kommentar Börse auf Normalmaß zurechtgestutzt
Wohl selten ist ein Einbruch an den Aktienmärkten im Vorfeld so genau vorhergesagt und beschrieben worden wie dieses Mal. Seit dem Beginn der beispiellosen Hausse Anfang November vergangenen Jahres haben vor allem die Technologie-Papiere massive Gewinne eingefahren. Eine Verzehnfachung des Aktienwerts wie bei der Hamburger Systematics AG binnen drei Monaten war beileibe keine Ausnahme am Frankfurter Neuen Markt.
Die Blase platzt, hieß es spätestens ab Februar allerorten. Und genau das geschieht jetzt. Die exorbitanten Steigerungsraten der Highflyer werden auf Normalmaß zurechtgestutzt. Auswüchse, dass Unternehmen mit ein Paar Millionen Umsatz und ein paar Millionen Verlusten auf dem Konto an der Börse mehr wert sind als Konzerne der "Old Economy" mit all ihren Anlagen, Maschinen, Milliardenumsätzen und anständigen Gewinnen, sind vorerst vorbei.
Das bedeutet aber noch lange nicht das Ende des Hightech-Booms. An der "neuen Ökonomie" führt kein Weg vorbei. Gigantische Joint Ventures wie die Handelsplattform der Autoriesen, im Chemiebereich oder im Handel belegen, die alte Wirtschaftswelt hat sich längst mit der neuen verbündet. Insofern gibt es für Panik und Untergangsstimmung keinen Grund. Wie sagte ein Börsenexperte ganz zu Recht: An der Börse gibt es keinen Absturz ins Nichts. Mit anderen Worten: Nach jeder Baisse folgt eine Hausse am Aktienmarkt.