Kommentar: Kein guter Schachzug - DER SPIEGEL
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Kommentar Kein guter Schachzug

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

An Einsicht fehlt es den Telekom-Managern nicht: Wer als Anbieter der dritten Mobilfunk-Generation ganz vorne mitmischen will, darf sich nicht aus den wichtigsten Märkten in Süd- und Westeuropa verabschieden. Dass der Telefon-Konzern trotzdem auf die Bewerbung um eine UMTS-Lizenz in Frankreich verzichtet, ist deshalb nur schwer nachvollziehbar.

Die Begründung von T-Mobil-Chef Kai Uwe Ricke, man wolle sich auf die Märkte konzentrieren, in denen eine Kundenbasis und Netzinfrastruktur vorhanden sei, wirken in diesem Zusammenhang fadenscheinig. Eher schon trifft die Einschätzung mancher Analysten zu, dass sich die Telekom mit ihrem UMTS-Abenteuer offensichtlich übernommen hat. Pech für Sommer, dass das immense finanzielle Engagement für die Lizenzen in Großbritannien und Deutschland nicht mehr durch einen hohen Aktienkurs gedeckt ist. Verschärfend hinzu kommt die Tatsache, dass der Börsengang von T-Mobile zurückgestellt werden musste und nun keine Aktien als Akquisitionswährung für Kooperationen zur Verfügung stehen.

Die Hoffnung auf Partner, die der Telekom im Kampf um die Vorherrschaft auf dem UMTS-Markt beistehen, sollte man ohnehin nicht zu hoch ansetzen. Bisher jedenfalls hat Sommer noch keine glückliche Hand beim Schmieden neuer Allianzen bewiesen. Man erinnere sich nur an France Télécom und Telecom Italia. Auch die Gespräche in den letzten Wochen mit verschiedenen möglichen Partnern für eine Bewerbung in Frankreich haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Trotz Einsicht wird die Telekom mittelfristig wohl nur noch die zweite Geige in Europa spielen. Die beiden Erzrivalen Vodafone und France Télécom geben nun den Ton an.

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