Kommentar Schrempps mutiger Schritt
Der Konzernchef übernimmt mit dem Vorsitz im neu geschaffenen "Executive Automotive Committee" die unmittelbare Verantwortung für die Geschäfte des Konzerns. Murren die Mercedes-Manager, dass ihre heiligen Motoren auch in zweitklassige Chryslers und Mitsubishis eingebaut werden - Schrempp muss das klarkriegen. Kämpfen Chrysler und Mitsubishi um den größeren Werbeetat - Schrempp ist mittendrin. Jede Unstimmigkeit zwischen den Chefs der Marken Mercedes-Benz, Chrysler und Mitsubishi kann dem Konzernchef nun unmittelbar angelastet werden - und seine Führungskompetenz in Frage stellen.
Dennoch ist das neue Komitee ein richtiges und wichtiges Signal. Der DaimlerChrysler-Chef übt sich nicht in immer neuen Sonntagsreden, er greift ein. In der Krise nimmt er das Ruder selbst in die Hand - so etwas wird in Deutschland und Amerika gern gesehen.
Ganz anders Telekom-Chef Ron Sommer. Der vertraut unbeirrt auf die einnehmende Kraft seines Dauerlächelns. Wenn es brenzlig wird, macht er sich rar. Zu der peinlichen Wertberichtigung um rund zwei Milliarden Euro war von ihm nichts zu erfahren.
Kein Wunder, dass sich so etwas im Börsenkurs niederschlägt. Während sich DaimlerChrysler langsam wieder von seinen Tiefständen erholt, brach die T-Aktie nochmals dramatisch ein.