Kompensation - die Devise - DER SPIEGEL
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Kompensation - die Devise

• aus DER SPIEGEL 42/1947
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Wenn wir nicht auch für das Inland produzieren können, sind wir an einem Export nicht interessiert.« Das hatten verschiedene deutsche Exporteure auf, der hannoverschen Messe eindeutig erklärt.

Die amtlichen Stellen, die sich mit dem Außenhandel befassen, haben in den letzten Wochen mit erhöhtem Nachdruck gearbeitet. In den Verfahrensfragen des Exports, so sagen sie, sind »gewisse Fortschritte« erzielt worden. Allerdings steht immer noch eine Regelung des Luftpostverkehrs und des Musterversands aus.

Die deutschen Exporteure bleiben trotzdem mißtrauisch. Sie warten auf eine stabilisierte Weltwährung. »Bis dahin sind wir auf Sonderabrechnungen und Kompensationsgeschäfte mit einzelnen Ländern angewiesen, auch wenn das verboten ist.«

Zugleich haben deutsche Außenhandelsleute Bedenken, die schwierige englische Wirtschaftslage könne Rückwirkungen auf die deutschen Exportbemühungen haben.

Bemühungen von englischer und amerikanischer Seite um eine Förderung des deutschen Exports werden von den Industriellen nicht verkannt. Aber sie sind teilweise nicht genügend über die Verfahrensfragen orientiert. »Vorläufig hat es noch keinen Zweck, sich um den Export zu bemühen«, bemerken sie etwas zweideutig.

Der allgemeine Wunsch geht nach der Schaffung von zweiseitigen Handelsabkommen. Solange die Dollar-Währung als Grundlage gefordert wird, ist ein internationaler Güteraustausch nicht in vollem Umfang möglich, meinen Fachkreise.

Die Import-Export-Aktion betrachtet man als einen Fortschritt. Der Exporteur kann Rohstoffe importieren, wenn die aus diesen Rohstoffen erzeugten Exportwaren mindestens das Dreifache der Importwaren ausmachen. »Aber alles dies bleibt Theorie, solange wir nicht die Produktionsschwierigkeiten übersehen, die der Winter bringen wird.«

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