Kompromiss: EU und China einigen sich im Textil-Konflikt - DER SPIEGEL
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Kompromiss EU und China einigen sich im Textil-Konflikt

Der letzte Verhandlungsmarathon dauerte bis tief in die Nacht, dann waren sich die Kontrahenten einig. Die Unterhändler beider Seiten einigten sich in Peking über eine Lösung für die Millionen von Textilien, die derzeit in EU-Häfen festgehalten werden.
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Brüssel/Peking - Die EU habe zum Ziel, die an den Außengrenzen der EU blockierten Millionen an Kleidungsstücken aus China sobald wie möglich frei zu geben, sagte Kommissions-Chefsprecherin Françoise Le Bail heute in Brüssel. Die Sprecherin bezeichnete die erzielte Einigung als fair, nannte aber zunächst keine weiteren Details.

Der chinesische Handelsminister Bo Xilai und EU-Handelskommissar Peter Mandelson hatten sich kurz zuvor getroffen, um letzte Hand an eine Vereinbarung zu legen, nachdem sie bereits am Vorabend bis tief in die Nacht hinein verhandelt hatten. Die Gespräche finden parallel zu dem Gipfeltreffen in Peking statt, auf dem die EU mit mehreren Abkommen die politische und wirtschaftliche Kooperation mit ihrem zweitgrößten Wirtschaftspartner vertiefen möchte.

Details der sich anbahnenden Einigung wurden zunächst nicht bekannt. China und die EU würden die Last zu gleichen Teilen tragen und zwar im Rahmen der Quotenregelung vom Juni, hieß es im Umfeld der Verhandlungen.

Die EU und China verhandeln seit Tagen darüber, wie das Problem der am Zoll blockierten rund 80 Millionen Textilien aus China in die EU gelöst werden könnte. Grund sind die im Juni nach einem rasanten Anstieg der Importe eingeführten Quoten auf Textileinfuhren aus China, die aber bereits ausgeschöpft sind.

Viele europäische Einzelhändler befürchten Umsatzeinbußen und haben vor Arbeitsplatzverlusten gewarnt, falls die Ware nicht zügig in die Regale kommt. Frankreich, Italien, Spanien und ein Teil der osteuropäischen EU-Staaten, in denen die Textilwirtschaft eine starke Stellung hat, pochten auf die strikte Einhaltung der Quoten. Auf der anderen Seite befürchten Deutschland, die Niederlande, Dänemark, Schweden und Finnland schwerwiegenden Folgen für die Händler, sollten die Beschränkungen nicht gelockert werden.