Konjunktur: 2004 war gar nicht so schlecht - DER SPIEGEL
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Konjunktur 2004 war gar nicht so schlecht

Die Bundesregierung dürfte sich in ihrer Wirtschaftspolitik bestätigt fühlen. Denn das Wirtschaftswachstum in Deutschland im Jahr 2004 war längst nicht so enttäuschend, wie dies die Auguren regelmäßig verkündet hatten. 1,7 Prozent jedenfalls sind deutlich mehr, als der Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre.
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Frankfurt am Main - Die BIP-Rate für 2004 liegt damit nur geringfügig unter der Prognose der Bundesregierung, wie die Nachrichtenagenturen Reuters aus mit den Berechnungen vertrauten Kreisen erfuhr. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement war zuletzt von einem Plus von 1,8 Prozent ausgegangen.

Nach Einschätzung von Banken-Volkswirten ist das Wirtschaftswachstum vor allem auf den boomenden Außenhandel zurückzuführen. "Die Binnenwirtschaft dürfte aber einen positiven Beitrag geleistet haben, der sich aus den Ausrüstungsinvestitionen und dem Lageraufbau ergeben sollte", sagte Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank. Der private Konsum habe dagegen wahrscheinlich negativ zu Buche geschlagen. Ralph Solveen von der Commerzbank sagte, ungefähr einen knappen Prozentpunkt dürfte der Außenhandel zum BIP beigesteuert haben. Von der Inlandsnachfrage dürfte dagegen nur ein leicht positiver Effekt ausgegangen sein. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Details zur deutschen Wirtschaftsleistung 2004 am Donnerstagmorgen.

Binnenwachstum auch 2005 keineswegs gesichert

Mit 1,7 Prozent lag das deutsche Wirtschaftswachstum 2004 über dem Schnitt der vorangegangenen zehn Jahre von rund 1,4 Prozent. Für dieses Jahr rechnet die Regierung damit, dass das BIP erneut um 1,7 Prozent zulegen wird, was auf Grund der geringeren Zahl von Arbeitstagen sogar eine Verstärkung der konjunkturellen Dynamik bedeuten würde. Viele Experten aus Instituten und Banken sind jedoch skeptischer. Ungewiss ist vor allem, ob die zuletzt etwas angezogene Binnennachfrage den voraussichtlich in diesem Jahr schwächer ausfallenden Export wird ausgleichen können.

So sagte Bielmeier, 2005 werde das Wirtschaftswachstum allein wegen der geringeren Zahl an Arbeitstagen schwächer ausfallen als 2004. "Allerdings sollte sich das Wachstum gleichmäßiger auf die Binnen- und die Außenwirtschaft verteilen." Ähnlich äußerte sich Solveen: "In diesem Jahr sollte das Gewicht der Inlandsnachfrage stärker sein als 2004."