Konjunktur 2008: Regierung senkt Wachstumsprognose - DER SPIEGEL
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Konjunktur 2008 Regierung senkt Wachstumsprognose

Der Aufschwung bröckelt: Die Bundesregierung muss ihre Erwartungen für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr noch einmal nach unten korrigieren. Vorsorglich mahnt Wirtschaftsminister Glos schon mal, die gute Konjunktur nicht für selbstverständlich zu halten.
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Berlin - Diverse Andeutungen hatte es schon gegeben, jetzt aber führt kein Weg mehr daran vorbei: "Wir werden unsere Wachstumsschätzung für 2008 etwas zurücknehmen müssen", sagte Wirtschaftsminister Michael Glos in einem Interview mit der "Zeit". Schon Ende Oktober hatte die Regierung ihre Vorhersage offiziell von 2,4 auf 2,0 Prozent reduziert. Mit der weiteren Herabstufung schloss sich Glos mehreren führenden Wirtschaftsinstituten an, die ihre Prognose für 2008 jüngst deutlich nach unten gedrückt hatten. Genau Zahlen nannte er allerdings nicht.

Mit dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) und dem Münchner Ifo-Institut hatten im Dezember gleich zwei renommierte Wirtschaftsinstitute eine Abschwächung der Konjunktur für 2008 vorausgesagt. Das IfW korrigierte seine Wachstumserwartung für das nächste Jahr von 2,4 Prozent auf 1,9 Prozent. Noch skeptischer ist das Ifo-Institut, es geht statt 2,5 Prozent sogar nur noch von 1,8 Prozent Wachstum aus.

Mitte Dezember hatte die Regierung damit begonnen, die Bevölkerung zunehmend auf Konjunkturrisiken einzustimmen. Glos und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) machten klar, dass insbesondere das Ausmaß der weltweiten Bankenkrise erst 2008 erkennbar sein dürfte.

Glos übte jetzt aber auch Kritik an der Einstellung vieler Bürger zur wirtschaftlichen Entwicklung: "Den Wirtschaftsaufschwung und seine Wirkung auf den Arbeitsmarkt und die soziale Sicherheit nehmen viele als selbstverständlich hin", sagte er. "Es gibt keine Dankbarkeit für die erreichten Erfolge." Der CSU-Politiker betonte aber auch, dass sich für die Menschen positiv auswirken werde, dass die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sinken werden und höhere Tarifabschlüsse zu erwarten seien.

Ein Ende des Aufschwungs ist aus Sicht des Wirtschaftsministers nicht absehbar. Er betonte aber: "Richtig ist allerdings, dass seine Dynamik unter dem Eindruck einer sich abschwächenden US-Konjunktur, des schwachen Dollars und des hohen Ölpreises nachlassen könnte." Steinbrück warnte davor, die Risiken aus der Bankenkrise zu unterschätzen.

sam/Reuters/AP