Konjunktur Alle Erwartungen wurden übertroffen
Wiesbaden - Im Jahr zuvor hatte die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lediglich 1,6 Prozent betragen, nach 2,1 Prozent 1998. Dies berichtete das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden.
Das Ergebnis ist umso erfreulicher, als es 2000 drei Arbeitstage weniger gab als im Jahr zuvor. Ohne diesen Kalendereffekt hätte die BIP-Zuwachsrate real sogar 3,3 Prozent betragen, berechneten die Statistiker aus Wiesbaden. Der Wert aller erwirtschafteten Waren und Dienstleistungen betrug 3982 Milliarden Mark oder 2036 Milliarden Euro.
Die entscheidenden Impulse für das kräftige Wachstum kamen von den Ausrüstungsinvestitionen sowie der boomenden Exportwirtschaft, die um 9,0 (Vorjahr: 6,7) Prozent beziehungsweise um 12,9 (5,1) Prozent zulegten. Dem stand allerdings auch ein deutlicher Zuwachs der Einfuhren von 10,0 (8,1) Prozent gegenüber. Der reale Außenbeitrag trug somit rund ein Prozent zum Wirtschaftswachstum bei.
Dagegen erhöhten sich die Konsumausgaben der Privathaushalte lediglich um 1,9 (2,6) Prozent. Die Konsumausgaben des Staates stiegen um 1,3 Prozent nach einem Rückgang von 0,1 Prozent 1999. Die Bauinvestitionen entwickelten sich dagegen stark rückläufig. Sie schrumpften um 2,5 Prozent nach einem leichten Plus von 0,5 Prozent im Jahr zuvor.
Dank der Einnahmen von 99,4 Milliarden Mark aus der Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen stand bei den öffentlichen Haushalten sogar ein Finanzierungsüberschuss von 50,9 Milliarden Mark zu Buche. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt waren dies 1,3 Prozent. Der Vertrag der Währungsunion erlaubt dagegen ein Defizit von bis zu drei Prozent. 1999 hatte der Staat ein Minus von 55,0 Milliarden Mark verbucht, was einer Defizitquote von 1,4 Prozent des BIP entsprochen hatte.