Konjunktur Auslandsinvestitionen in China brechen ein
Peking/Berlin - Die Krise trifft die exportorientierte chinesische Wirtschaft hart: Im Januar 2009 sind die ausländischen Investitionen um 33 Prozent gefallen. Das ist der vierte Monat in Folge, in dem die Auslandsinvestitionen rückläufig sind. Wie der Sprecher des chinesischen Außenhandelsministeriums, Yao Jian, am Montag in Peking mitteilte, flossen im vergangenen Monat 7,54 Milliarden US-Dollar nach China.
Die ausländischen Investitionen sind neben den Exporten eine wichtige Stütze für das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik. Das Geld floss in der Vergangenheit etwa zur Hälfte in die Exportindustrie des Landes. Deshalb erwarten Experten von dem jüngsten Einbruch deutliche Auswirkungen auf die Produktion.
Die Tatsache, dass Ausländer weniger in China investieren, ist ein weiteres Indiz dafür, wie stark die weltweite Krise die chinesische Wirtschaft trifft. In der chinesischen Exportwirtschaft sind bereits Millionen von Arbeitsplätzen verlorengegangen.
Im vergangenen Jahr waren die ausländischen Direktinvestitionen noch um fast 30 Prozent auf mehr als 108 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die Aussichten für dieses Jahr sind dagegen weiter düster. "Ausländische Investoren halten ihr Geld wegen der sich ausbreitenden globalen Finanzkrise zurück - da ist China keine Ausnahme", sagte Zhang Yansheng vom Wirtschaftsinstitut der staatlichen Entwicklungs- und Reformkommission.
Wie der Sprecher des Handelsministeriums hervorhob, muss bei dem Einbruch im Januar allerdings berücksichtigt werden, dass die Vergleichszahl im Vorjahr besonders hoch war. Außerdem wurde das chinesische Neujahrsfest, während dem die Wirtschaft praktisch zwei Wochen lang stillsteht, in diesem Jahr schon im Januar gefeiert.
Auch bei den Exporten kann die Volksrepublik nicht mehr mit der gewohnten Dynamik auftrumpfen. Nach Einschätzungen des deutschen Außenhandels hat die Bundesrepublik gute Chancen, auch 2009 gegen den Konkurrenten China Exportweltmeister zu werden.
Die deutsche Wirtschaft sei zwar ähnlich stark exportabhängig wie die chinesische, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, der "Berliner Zeitung". Doch China leide viel stärker unter der weltwirtschaftlichen Konjunkturschwäche als Deutschland, weil das asiatische Land vor allem Konsumgüter produziere, deren Nachfrage nun sehr stark zurückgehen dürfte.