Konjunktur Chinas Wirtschaft wächst zweistellig
Peking - Schon im Oktober hatte die Zahl die Runde gemacht, jetzt ist sie offiziell: Das Wirtschaftswachstum in China ist im vergangenen Jahr um 11,5 Prozent gestiegen - die Rate entspricht damit genau der Prognose, die das nationale Statistikbüro im Oktober veröffentlicht hatte. Das teilte der Chefvolkswirt des nationalen Statistikamtes, Yao Jingyuan, heute in Peking mit.
Deutlich gestiegen sind mit 4,7 Prozent auch die Lebenshaltungskosten. Für 2008 rechnet der Experte mit einer nur leichten Abschwächung der Inflationsrate, um bis zu 4,5 Prozent dürften die Verbraucherpreise zulegen.
Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) hatte in den ersten drei Quartalen im Jahresvergleich bereits um 11,5 Prozent zugelegt. Damit galt es als sicher, dass die Volksrepublik 2007 das fünfte Jahr in Folge ein zweistelliges Wirtschaftswachstum verzeichnen würde.
China hat sich damit in den vergangenen Jahren mit Riesenschritten zur weltweit viertgrößten Volkswirtschaft vorgearbeitet. Die OECD prognostiziert für die kommenden Jahre ein ähnlich hohes Wachstum, warnte aber Anfang Dezember vor "Überhitzungstendenzen".
So wird das Reich der Mitte spätestens 2009 an Deutschland vorbeiziehen und Rang drei besetzen. Mit seiner Wirtschaftsleistung von rund 2,7 Billionen Dollar sitzt das ostasiatische Land Deutschland im Nacken, das 2006 auf etwa 2,9 Billionen Dollar kam.
Nimmt man das BIP pro Kopf zum Maßstab, dann steht Deutschland allerdings weiterhin unangefochten vorne: In China liegt es bei rund 2000 Dollar und beträgt damit nur etwa sechs Prozent des deutschen Niveaus. Nach den USA und Japan zählen derzeit Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien zu den sechs größten Volkswirtschaften.
sam/Reuters