Konjunktur-Dämpfer Geschäftsklima überraschend frostig
München - Das Ifo-Institut hat sich nach der Verschlechterung der Wirtschaftsstimmung vorsichtiger über die weitere Konjunkturentwicklung geäußert als bislang. "Wir sehen schon, dass die Binnenkonjunktur nicht so anspringt, wie manche es erwarten", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatten die Experten gemeldet, der ifo-Index sei von 96,4 auf 95,5 Punkte gefallen. Analysten hatten im Schnitt mit einem leichten Anstieg auf 96,7 gerechnet.
Im Februar beurteilten die rund 7000 befragten Unternehmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für das kommende halbe Jahr schlechter. Der Teilindex der aktuellen Lagebeurteilung ging von 95,3 auf 94,5 Punkte zurück. Der Teilindex der Erwartungen sackte von 97,5 auf 96,4 Punkte ab.
Ifo-Experte: Steuersenkung wirkt noch nicht
Das Ifo gehe nun zwar weiter von einer sehr moderaten Erholung der Wirtschaft in Deutschland aus, sagte Abberger, da man weiter von der Exportwirtschaft profitieren werde. "Nur der Beitrag der Binnenkonjunktur wird nur sehr zäh voranschreiten." Einen Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB) halte er aber nicht für nötig.
Ifo-Volkswirt Gernot Nerb sagte dem Fernsehsender Bloomberg TV, die Steuersenkung zu Jahresanfang habe bisher noch nicht die erhoffte positive Wirkung entfaltet. "Trotzdem wäre es völlig falsch, wenn man jetzt sagt, die Erholung wäre jetzt schon wieder abgeschlossen. Es ist eine Unterbrechung, es ist ein sehr zögerlicher Aufschwung", fügte Nerb hinzu.
Der Dax notierte nach Veröffentlichung der ifo-Daten weiter im Minus. Gegen 10.20 stand er bei 4291 Zählern, 32 Punkte unter dem Vortagesschluss.