Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst wieder leicht - DER SPIEGEL
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Konjunktur Deutsche Wirtschaft wächst wieder leicht

Das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2002 wieder leicht gestiegen. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sieht darin bereits in einem stabilen Aufwärtstrend.
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Wiesbaden - Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, nahm das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent zu. Im ersten Vierteljahr war dagegen noch ein Rückgang um 1,2 Prozent in Vergleich zum Vorjahr registriert worden.

Betrachtet man das erste Halbjahr insgesamt, errechnet sich allerdings noch immer ein leichter Rückgang in Höhe von 0,4 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten 2001. Nach rechnerischer Ausschaltung von saison- und kalenderbedingten Schwankungen nahm das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2002 im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres noch um 0,3 Prozent zu.

Zum minimalen Aufwärtstrend haben vor allem Unternehmen beigetragen, die ihre Vorratslager aufgefüllt haben. Auch die Verbraucher steigerten ihre Konsumausgaben. Ein positiver Impuls durch den Außenhandel blieb dagegen aus. Die Importe stiegen stärker als die Ausfuhren.

Die komplette Produktion von Gütern und Dienstleistungen wurde von 38,7 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren binnen Jahresfrist 216.000 oder 0,6 Prozent weniger. Die Streiks hatten zwischen April und Juni nach Angaben der Statistiker nur wenig Einfluss auf die Arbeitsproduktivität, dem Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen. Pro Kopf habe es nur einen Ausfall von 0,1 Arbeitsstunden gegeben.

Bundesfinanzminister Eichel wertete die Zahlen als Anzeichen dafür, dass sich die deutsche Wirtschaft in einer stabilen Aufwärtsentwicklung befindet. Im zweiten Halbjahr sei eine deutliche Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivitäten zu erwarten. Auch mit einem Umschwung am Arbeitsmarkt sei im weiteren Jahresverlauf zu rechnen.

Nach der Flutkatastrophe gebe es zwar kurzfristige Produktionsausfälle, die wirtschaftlichen Aussichten trübe dies aber nicht. Die Beseitigung der Schäden werde eine zusätzliche Nachfrage entfalten, die stärker als die Ausfälle wirken werde, erklärte das Ministerium.