Konjunktur: DIHK erwartet Aufschwung - DER SPIEGEL
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Konjunktur DIHK erwartet Aufschwung

Einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zufolge wird das Wachstumstempo der Wirtschaft weiter zulegen. Für 2007 sind die Forscher jedoch weniger optimistisch.
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Berlin - "In den nächsten Monaten wird die Konjunktur ein neues Hoch erreichen", erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auf der Basis seiner "Konjunkturumfrage Frühsommer 2006" heute in Berlin. Mit einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit sei allerdings noch nicht zu rechnen, zumal sich das Wachstum im kommenden Jahr halbieren könnte.

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen hätten sich gegenüber Jahresbeginn nochmals leicht verbessert, erläuterte der DIHK. Der konjunkturelle Ausblick stimme damit "zumindest bis zum Jahresende zuversichtlich". Der DIHK erwarte daher unverändert ein Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,0 Prozent in diesem Jahr.

"Im Frühsommer 2006 sind die Unternehmen so positiv gestimmt wie seit dem Wiedervereinigungsboom nicht mehr", sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt zu dem Ergebnis, dass die Konjunkturerholung in Deutschland im Frühjahr an Fahrt gewonnen hat. Das Bruttoinlandsprodukt werde im zweiten Quartal um 0,6 Prozent zum Vorquartal wachsen, teilte das DIW heute mit. Im ersten Vierteljahr hatte die Wirtschaft um 0,4 Prozent zugelegt. "Gestützt wurde das gesamtwirtschaftliche Wachstum weiterhin von der Auslandsnachfrage", so das DIW.

Die stabile Entwicklung der Auftragseingänge in der Industrie deute auf eine fortgesetzte Konjunkturerholung hin. Impulse erwarten die DIW-Forscher auch vom Bauhauptgewerbe, da die besonders starken witterungsbedingten Produktionsausfälle zum Jahresbeginn im Frühjahr nachgeholt worden seien.

Ausblick für 2007 weniger optimistisch

Die Arbeitslosenzahl wird nach Erwartung des DIHK im Jahresdurchschnitt um rund 300 000 zurückgehen. Dies sei aber leider nur zu einem geringen Teil auf einen Aufbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zurückzuführen, fügte Wansleben hinzu. Stattdessen trügen vor allem eine Ausweitung der Ein-Euro-Jobs und statistische Bereinigungen im Zusammenhang mit der Arbeitsmarktreform Hartz IV zu dem Rückgang bei.

Für das kommende Jahr ist der DIHK für die konjunkturelle Entwicklung weniger optimistisch. Wegen einer sich abschwächenden Weltwirtschaft und der gleichzeitigen Erhöhung der Mehrwertsteuer in Deutschland von 16 auf 19 Prozent könnte das BIP-Wachstum bei nur 1,0 Prozent liegen. "Das hängt vom Export ab", erläuterte DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke. Es gebe viele Anzeichen, dass dieser wegen einer schwächeren Verfassung der Weltwirtschaft nächstes Jahr zurückgehe. Die Schwierigkeit sei, dass aus der Binnenwirtschaft keine richtige Kraft dagegenwirkt, fügte er hinzu.

tim/ddp/dpa-AFX