Konjunktur Europas Aufschwung in Gefahr
Frankfurt - Bislang rechnete die Europäische Zentralbank für das Gesamtjahr 2004 offiziell mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von 1,6 Prozent. Nach neuen Berechnungen der "Financial Times Deutschland" dürfte das Plus jedoch nicht stärker ausfallen als ein Prozent.
Nach der Analyse von acht europäischen Forschungsinstituten im Auftrag der "Financial Times Deutschland" kann auch der Rückgang des Eurokurses in den vergangenen Tagen das Wachstum nicht mehr ankurbeln. Gestern war der Euro kurzzeitig unter 1,21 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Dezember letzten Jahres gefallen. Insgesamt gewann er in den vergangenen zwei Jahren aber fast 40 Prozent.
"Der Euro ist immer noch teuer", sagte Gustav Horn vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gegenüber der "Financial Times Deutschland". "Der Konjunktur steht deshalb ein spürbarer Rückschlag bevor." Dadurch seien europäische Produkte international weniger wettbewerbsfähig und der Export würde gedämpft.
Schon in der vergangenen Woche hatten verschiedene Konjunkturindikatoren darauf hingedeutet, dass der starke Euro das Wachstum dämpfen könnte. So hatte sich etwa das Geschäftsklima in Deutschland, Italien und Belgien verschlechtert. Auch Umfragen unter Managern im Service-Sektor deuteten auf einen Rückgang hin.