Konjunktur-Frühling - nicht für Arbeitslose - DER SPIEGEL
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Konjunktur-Frühling - nicht für Arbeitslose

• aus DER SPIEGEL 12/1979
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Die Konjunktur in der Bundesrepublik kommt immer besser in Trab -- trotz des harten Winters, trotz des bitteren Iran-Debakels. Doch so munter auch Produktion und Absatz florieren, auf dem Arbeitsmarkt gab es bislang keine grundlegende Tendenzwende. Gewiß: Facharbeiter werden gegenwärtig besonders dringend gesucht; bei der Metall-Industrie gibt es für sie inzwischen weit mehr offene Stellen als Arbeitslose. Aber für alle übrigen, für die Ungelernten und die Halbtagskräfte, für ältere und für ausländische Jobsuchende, tat sich, gemessen am allgemeinen Aufschwung-Jubel, reichlich wenig. Da hilft auch nicht die Mär, daß es sich bei den Arbeitslosen zum Großteil um Arbeitsscheue handelt. Ein von den Wirtschaftsministern der Bundesländer erarbeiteter Arbeitsmarktbericht jedenfalls läßt dieses Alibi nicht mehr zu. Danach suchen nur maximal elf Prozent der Arbeitslosen derzeit keine Arbeit; 75 Prozent der Joblosen bemühen sich sogar auf eigene Faust, also ohne Arbeitsamtsvermittlung, um einen neuen Arbeitsplatz. Die Wirtschaftsminister kamen noch zu einem weiteren Ergebnis, das so gar nicht in den Konjunktur-Frühling paßt: All jene eingerechnet, die eine Stelle suchen, ohne beim Arbeitsamt registriert zu sein, fehlen gegenwärtig in der Bundesrepublik 1,3 Millionen Arbeitsplätze. Und in den nächsten Jahren kommen einige Hunderttausend hinzu, für die es bisher noch keine Jobs gibt.

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