Konjunktur Ifo-Index bricht überraschend ein
München - Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im August auf 94,6 von 95 Punkten im Juli, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Dabei fielen die Urteile der rund 7000 befragten Unternehmen zur ihrer gegenwärtigen Lage merklich ungünstiger aus, der Lage-Index rutschte auf 93,8 von 94,9 Zählern.
Ähnlich äußerten sich auch die Ifo-Experten. "Der Ölpreis bleibt momentan ein Risikofaktor", sagte Ifo-Volkswirt Klaus Abberger der Nachrichtenagentur Reuters. Die Firmen seien aber der Ansicht, mit dem Ölpreis zurechtzukommen, sagte Ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb dem Sender Bloomberg-TV.
Tatsächlich bewerten Firmen die Aussichten zuversichtlicher, die Erwartungskomponente legte auf 95,4 von revidiert 95,1 Punkten zu. "Alles in allem stehen die neuen Umfrageergebnisse einer verhaltenen Aufwärtsbewegung in den nächsten Monaten nicht entgegen", bekräftigte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.
Der gesunkene Ifo-Index ist dennoch ein Dämpfer. Von Reuters befragte Analysten hatten mit dem dritten Anstieg des Index in Folge und einem Wert von 95,2 Zählern gerechnet. Einer Faustformel des Ifo zufolge hätten drei Anstiege des Index in Folge auf eine konjunkturelle Wende zum Besseren hingedeutet. Erst Anfang der Woche hatte ein positiver ZEW-Index die Aufschwung-Hoffnungen genährt.
Im Einzelnen verbesserte sich das Geschäftsklima laut Ifo lediglich in der Bauwirtschaft. In der Industrie verschlechterte sich nur die Lageeinschätzung. "Nochmals etwas optimistischer bewerteten die Industrieunternehmen auch ihre Exportchancen", erklärte Sinn. Im Einzel- und Großhandel bewerteten die Firmen sowohl ihre aktuellen Geschäfte als auch die Aussichten ungünstiger als im Juli. Im Osten Deutschlands verschlechterte sich das Geschäftsklima etwas stärker als im Westen.