Konjunktur: Industrie sieht Besserung bei Binnenwirtschaft - DER SPIEGEL
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Konjunktur Industrie sieht Besserung bei Binnenwirtschaft

Lange wartete die Industrie auf ein Anspringen der Inlandskonjunktur. Nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages gewinnt die Binnennachfrage nun an Fahrt.
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Berlin/Mannheim/Luxemburg - "Binnenwirtschaftliche Kräfte drängen in den nächsten Monaten zusehends ins Blickfeld und verleihen der Konjunktur ein zweites Standbein", sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Axel Nitschke, in Berlin. Hauptgrund sei die sich in der DIHK-Herbstumfrage unter Mitgliedsfirmen abzeichnende langsame Besserung der Beschäftigungslage.

Die Geschäftsaussichten des Einzelhandels, Gastgewerbes, Ernährungsgewerbes und der Freizeitwirtschaft zeigten, "dass der Konsum nicht mehr bloß der Konjunktur hinterher taumelt, sondern selbst an Kraft gewinnt", sagte Nitschke. Dies sei mit Blick auf das nächste Jahr umso wichtiger, als der Auslandsimpuls sich etwas abschwächen werde.

Die Besserung der Binnennachfrage drücke sich auch in den Wachstumsaussichten für die deutsche Wirtschaft für 2006 insgesamt aus, wofür der DIHK eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Expansion auf 1,5 Prozent nach einem Prozent in diesem Jahr erwartet. Eindringlich warnte Nitschke vor der von der Union verfolgten Mehrwertsteuererhöhung. Dies könnte sich als Bremsklotz der Inlandsbelebung erweisen.

ZEW-Index steigt

Die Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung in Deutschland spiegelt sich auch im vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentlichten Index der Konjunkturerwartungen wider. Das Stimmungsbarometer legte im Oktober im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,8 Punkte auf 39,4 Punkte zu.

Dabei wirke die Unsicherheit in Sachen Wirtschaftspolitik allerdings belastend, teilte das ZEW mit. Die 324 befragten Analysten und Anleger fürchteten vermutlich, dass sich das Reformtempo verlangsame und wichtige Reformvorhaben keine Mehrheit fänden. Positiv hätten hingegen der etwas niedrigere Ölpreis und das robuste Wachstum der Weltwirtschaft zu Buche geschlagen.

Energiepreise treiben Inflation

Die hohen Energiepreise haben den Preisauftrieb in der Eurozone im September weiter angefacht und die Inflation auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren getrieben. Die Jahresinflationsrate sei auf 2,6 Prozent geklettert, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg nach endgültigen Zahlen mit. In der vorläufigen Schätzung hatten die Statiker noch einen Preisanstieg von 2,5 Prozent ausgewiesen.

Preistreiber seien vor allem die hohen Energiepreise gewesen, hieß es weiter in der Mitteilung von Eurostat. Demnach seien die Energiepreise im September im Monatsvergleich um drei Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich habe sich damit eine Teuerungsrate von 15,2 Prozent ergeben nach 11,6 Prozent im August.