Konjunktur: Industrieaufträge steigen überraschend stark - DER SPIEGEL
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Konjunktur Industrieaufträge steigen überraschend stark

Es ist die erste gute Zahl seit langem: Die deutsche Industrie hat im Mai überraschend das größte Auftragsplus seit fast zwei Jahren eingefahren. Die Unternehmen verzeichneten im Vergleich zum April 4,4 Prozent mehr Bestellungen - und hoffen damit auf eine Stabilisierung.
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Berlin - Es ist nur eine kleine Steigerung, aber sie verstärkt die Hoffnung auf ein Ende der Krise: Die deutsche Industrie hat im Mai von einem überraschend starken Auftragsplus von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat profitiert. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte, nahmen nach vorläufigen Zahlen die Inlands- sowie die Auslandsbestellungen um 3,9 beziehungsweise 5,2 Prozent zu.

Damit ist der Auftragseingang zwar immer noch fast 30 Prozent geringer als im Vorjahresmonat, allerdings mehren sich die Anzeichen einer Stabilisierung des kriselnden Wirtschaftszweigs.

Mitarbeiter eines Maschinenbau-Unternehmens: Auftragseingänge erhöhen sich zum dritten Mal in Folge

Mitarbeiter eines Maschinenbau-Unternehmens: Auftragseingänge erhöhen sich zum dritten Mal in Folge

Foto: Joerg Sarbach/ AP

Analysten hatten im Schnitt nur mit plus 0,5 Prozent gerechnet. Den dritten Anstieg in Folge habe vor allem die Autobranche beflügelt, was an der Abwrackprämie liegen dürfte. Positive Signale kämen aber auch aus anderen Sparten, erklärte das Ministerium. "Die Aussichten auf eine breiter angelegte Stabilisierung der Industrieproduktion haben sich damit gefestigt", hieß es.

Vor allem die exportabhängige Industrie hatte im Winterhalbjahr unter der weltweiten Rezession gelitten und Einbrüche bei Aufträgen, Umsätzen und Produktion hinnehmen müssen. Seit März ziehen die Aufträge wieder leicht an. Im Mai kletterte die Zahl der Inlandsbestellungen um 3,9 Prozent. Das Auslandsgeschäft legte um 5,2 Prozent zu, wobei Orders aus der Nicht-Euro-Zone mit 8,2 Prozent überdurchschnittlich stiegen. Davon profitierte den Angaben zufolge besonders die Automobilbranche. Insgesamt habe es zudem vergleichsweise viele Großaufträge gegeben.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich April/Mai zu Februar/März kletterten die Aufträge um 4,2 Prozent. Das Neugeschäft liegt aber immer noch deutlich unter dem Niveau vor einem Jahr: Zum Mai 2008 gab es beim Auftragseingang ein Minus von 29,4 Prozent. Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen verzeichneten zum Vormonat ein Orderplus von 5,9 Prozent. Konsumgüterproduzenten erhielten 2,6 Prozent mehr Aufträge, Hersteller von Vorleistungsgütern machten ein Plus von 3,0 Prozent.

Das Ministerium verwies darauf, dass der Anteil an Großaufträgen für einen Mai "leicht überdurchschnittlich" gewesen sei. Mehr Aufträge verbuchten insbesondere Hersteller von Investitionsgütern, und zwar ein Plus von 5,9 Prozent. Hierzu zählt auch die Produktion von Kraftwagen und Kfz-Teilen, wo 9,8 Prozent mehr bestellt wurde.

sam/Reuters/dpa