Konjunktur IWF erwartet mehr Wachstum
Berlin - In seiner Prognose sagte der IWF für 2001 ein Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent nach 2,9 Prozent im laufenden Jahr voraus. Das seien die günstigsten Perspektiven für Deutschland seit einem Jahrzehnt. Ob diese Expansion aber anhalte, sei völlig offen.
Mit seiner Wachstumsprognose übertrifft der IWF die aktuellen Voraussagen der führenden Wirtschaftsexperten in Deutschland, die allesamt mit einer leichten Abschwächung des Wachstums im kommenden Jahr rechnen. So hatten die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute vor wenigen Tagen das Wachstum in 2001 auf 2,7 Prozent veranschlagt, das Berliner Finanzministerium geht von 2,75 Prozent aus. Der Deutsche Industrie- und Handelstag rechnet mit knapp drei Prozent plus.
Trotz der positiven Grundeinschätzung sparte der IWF nicht mit Warnungen. "Es steht völlig offen, ob diese konjunkturelle Stärke das Sprungbrett für dauerhaftes robustes Wachstum ist oder ob Deutschlands Geschichte enttäuschender Konjunkturverläufe auf Grund starrer Strukturen bestätigt wird", heißt es in dem Bericht.
Von großer Bedeutung sei, dass nun auch die starren Arbeitsmarktstrukturen aufgebrochen würden, um das Wachstum mittelfristig abzusichern. Hier müsse es um mehr Flexibilität bei den Arbeitsbedingungen und auch den Löhnen gehen, speziell in Ostdeutschland. Im Übrigen gebe es in der Wirtschaft selbst ungeachtet der insgesamt guten Aussichten noch Schwachstellen. Dazu zählen die weiterhin schwache Bauwirtschaft und die Lage in den neuen Bundesländern.
Als weitere Risiken für die prognostizierte Entwicklung sieht das IWF eine starke Euro-Aufwertung. Sie werde verbunden sein mit einem unerwartet drastischen konjunkturellen Abschwung in den USA und einem daraus folgenden Kurseinbruch an den Börsen. Auch der Ölpreis, bei dem man ein niedrigeres Niveau erwarte, könnte sich anders entwickeln.