Konjunktur-Optimist: Clement widerspricht IWF-Prognosen - DER SPIEGEL
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Konjunktur-Optimist Clement widerspricht IWF-Prognosen

Nachdem der Internationale Währungsfonds sich pessimistisch über die Aussichten der deutschen Volkswirtschaft geäußert hat, meldet sich nun der noch amtierende Wirtschaftsminister Wolfgang Clement zu Wort: Die IWF-Ökonomen, erklärt er, müssten sich verrechnet haben.
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Berlin - "Ich bin überzeugt, dass die gestern veröffentlichte Prognose des IWF falsch ist. Wir selbst gehen weiter davon aus, dass wir im nächsten Jahr 1,5 bis 2,0 Prozent Wachstum erreichen können", sagte Clement heute in Berlin.

Der IWF hingegen rechnet für Deutschland im Jahr 2006 nur noch mit 1,2 Prozent Wachstum und korrigierte seine Prognose vom Frühjahr damit drastisch um 0,7 Prozentpunkte nach unten.

Clement forderte, dass der Prozess der Reformen und der wirtschaftlichen Modernisierung Deutschlands weiter vorangehen müsse. Eine Basis dafür seien die Vereinbarungen des Job-Gipfels vom März dieses Jahres, sagte er. Die Umsetzung des damals Beschlossenen war indes wegen des Wahlkampfes abgebrochen worden.

Auch andere Prognosen verhalten

IWF-Chefökonom Raghuram Rajan hatte gemahnt, die Lage in Deutschland könne sich sogar noch verschlimmern, wenn die Reformen nicht konsequent fortgeführt würden. Das Land brauche "einen breiten gesellschaftlichen Dialog", so Rajan im "Handelsblatt". Die Bedingungen für Unternehmen müssten verbessert werden. Die kommende Regierung müsse den Kündigungsschutz lockern und die Sozialversicherungsbeiträge senken.

Das Weltwirtschaftswachstum bleibt unterdessen nach den Untersuchungen des IWF stabil. Nach Einschätzung der Experten wird die Weltkonjunktur sowohl 2005 als auch 2006 um 4,3 Prozent zulegen, obwohl die hohen Energiepreise weiter für Unsicherheit sorgen. Für die Eurozone sagten die IWF-Experten dagegen nur ein Wachstum von 1,2 Prozent für dieses und von 1,8 Prozent für kommendes Jahr voraus.

Etwas optimistischer als der IWF ist das Rheinisch- Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Trotz hoher Energiepreise und der ungewissen Lage nach der Wahl veranschlagt das RWI für das kommende Jahr eine Wachstumsrate von 1,4 Prozent. Für 2005 wird von 0,9 Prozent ausgegangen.