Konjunktur: Sinkender Ölpreis lässt Börsianer jubeln - DER SPIEGEL
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Konjunktur Sinkender Ölpreis lässt Börsianer jubeln

Nach den Höhenflügen der vergangenen Wochen ist der Rohölpreis massiv eingebrochen. Grund: Ein milder Winter entlastet die Lagerbestände in den USA. An der Börse lässt der Preissturz die Kurse klettern.
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New York - Die amerikanischen Rohöl- und Heizölreserven sind in der vergangenen Berichtswoche viel stärker gestiegen als erwartet. Dies führte am Mittwoch an den Ölmärkten zu starken Gewinnmitnahmen und rasant fallenden Preisen.

Rohöl zur Auslieferung im Januar ist am New Yorker Warenterminmarkt Nymex um 7,4 Prozent auf 45,49 Dollar je Barrel abgesackt. Heizöl brach um 6,3 Prozent ein. Der amerikanische Rohölpreis liegt damit um 18,3 Prozent unter seinem am 25. Oktober verbuchten Rekordstand von 55,67 Dollar je Barrel.

Die Destillatreserven, wozu auch Diesel und Heizöl gehören, erhöhten sich um zwei Prozent auf 117,9 Millionen Barrel. Das milde Winterwetter im Nordosten der USA half ebenfalls. Dort wird der Löwenanteil des amerikanischen Heizöls verbraucht.

Die US-Raffinerien laufen nach überstandener Hurrikan-Saison jetzt wieder auf Hochtouren. Die Rohölreserven stiegen in der Berichtswoche um rund 850.000 auf 293,3 Millionen Barrel. Die Öl- und die Ölprodukteinfuhren zogen ebenfalls an. Deshalb ist die Angst vor Ölversorgungsengpässen in den USA momentan geschwunden.

Opec will Fördermenge nicht antasten

Der sieben Sorten umfassende Korbpreis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist ebenfalls deutlich gefallen. Das OPEC-Sekretariat in Wien gab den Preis am Donnerstag für den Vortag mit 38,03 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) an. Das waren 1,74 Dollar weniger als noch am Dienstag.

Die OPEC signalisierte, dass keine weitere Verknappung des Ölangebots auf dem kommenden Treffen der Ölminister am 10. Dezember ansteht. Eine Kürzung der Fördermenge sei unwahrscheinlich, sagte OPEC-Generalsekretär Maizar Rahman am Donnerstag. Er bekräftigte zudem die Prognose des Kartells, wonach die weltweite Nachfrage nach Rohöl im zweiten Quartal 2005 sinken werde.

Die Börse jubelt

Der Aktienmarkt reagierte positiv auf den Preissturz. An der Frankfurter Börse hat der Handel am Donnerstag mit steigenden Kursen begonnen. So gewann der Leitindex Dax   am Morgen 0,3 Prozent auf 4200 Punkte. Der MDax   legte um 0,3 Prozent auf 5320 Punkte zu. Der TecDax   war bei 515 Punkten um 0,6 Prozent fester.

Als führender Dax-Wert wurde angesichts des sinkenden Ölpreises die Aktie der Deutschen Lufthansa   gehandelt. Die Aktie gewann 1,49 Prozent auf 10,91 Euro. Mit seinen Gewinnen bewegte sich der Dax nur knapp unter seinem Jahreshoch, das er am Montag bei 4219 Punkten markiert hatte.