Konjunktur: Stimmung trübt sich überraschend stark ein - DER SPIEGEL
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Konjunktur Stimmung trübt sich überraschend stark ein

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November unerwartet deutlich verschlechtert. Viele der rund 7000 befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre Geschäftslage als auch ihre Erwartungen schlechter als noch im Oktober.
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München - Der Ifo-Index fiel auf 94,1 wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) heute mitteilte. Im Oktober hatte er noch 95,3 Punkte betragen. "Neben den Standortproblemen, die die Binnenkonjunktur von der Weltkonjunktur abgekoppelt haben, fordern der hohe Ölpreis und die Euro-Aufwertung ihren Tribut", erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. "Nur die Exporterwartungen der Industrie bleiben weiterhin stabil." Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang des Index auf 94,7 Zähler gerechnet.

Der Teilindex zur Lageeinschätzung gab erstmals seit Juni von 94,7 Punkten auf 93,8 nach, wie das Ifo weiter mitteilte. Der Teilindex zu den Geschäftserwartungen fiel von 95,9 auf 94,3 Punkte.

Die Mehrzahl der Ökonomen geht davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr auch wegen der geringeren Zahl an Arbeitstagen auf etwa 1,5 Prozent abschwächt. In diesem Jahr erreicht das Wachstum knapp zwei Prozent. Allerdings befürchtet eine zunehmende Zahl von Experten, dass der hohe Ölpreis die Wirtschaftserholung stärker belastet oder gar ganz abwürgt.

Am deutschen Aktienmarkt hatten die enttäuschenden Konjunkturdaten keine Auswirkungen. Der Dax   legte trotz des gefallenen Ifo-Index bis zum Mittag um 0,7 Prozent zu und kletterte wieder über die Marke von 4150 Punkten. "Gute Vorgaben aus den USA haben die Nachrichten aus München überwogen", sagte ein Händler.